Bericht fürs erste Quartal

Niestetaler Solartechnik-Hersteller SMA bleibt profitabel

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Wechselrichter-Montage im SMA-Werk auf dem Sandershäuser Berg an der A7: Unser Foto zeigt Michael Jantz bei seiner Arbeit.

Niestetal. Trotz immer weiter sinkender Dumping-Preise chinesischer Anbieter und widriger Wetterbedingungen in vielen Regionen bleibt der Solartechnik-Hersteller SMA in der Gewinnzone. 

 Das vergleichsweise kleine Plus von 6,3 Millionen Euro im Dreimonatszeitraum Januar bis März kommt einer kleinen Sensation gleich und zeigt, dass das Niestetaler Unternehmen nach seinem radikalen Umbau in den vergangenen zwei Jahren gelernt hat, auch unter widrigsten Marktbedingungen zu bestehen. SMA ist der letzte große Anbieter in Deutschland, der den atemberaubenden Niedergang der einst boomenden Solarbranche halbwegs unbeschadet überstanden hat. 

Erst gestern hat das einstige Vorzeige-Unternehmen der Branche, Solarworld, mit aktuell nioch 3000 Mitarbeitern Insolvenzantrag gestellt – bereits zum zweiten Mal seit 2012. Im vergangenen Jahr machte der Bonner Solarmodul-Hersteller 92 Mio. Euro Miese.

„Das erste Quartal 2017 war von einem hohen Preisdruck in allen Märkten und Segmenten geprägt. Gleichzeitig entwickelte sich der Auftragseingang sehr positiv“, erklärte Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon. Demnach hatte SMA Ende März einen Auftragsbestand von 626 Mio. Euro in den Orderbüchern und somit genug, um die Jahresprognose von 830 bis 900 Mio. Euro Umsatz sowie mindestens eine schwarze Null zu erreichen.

Pierre-Pascal Urbon

Urbon kündigte eine Reihe neuer, kostengünstigerer Produkte für die kommenden Wochen und Monate an. Daher erwartet er für die zweite Jahreshälfte eine „deutlich bessere Geschäftsentwicklung“. Bereits bei Vorlage des Jahresberichts 2016 im März hatte der Vorstandssprecher das laufende Jahr als eines des Übergangs bezeichnet und für 2018 die Rückkehr zur alten Ertragskraft angekündigt.

SMA stellt Wechselrichter in allen Größen her, die in Solarzellen gewonnenen Gleich- in netztauglichen Wechselstrom wandeln. Außerdem bieten die Niestetaler Technik für solare Kraftwerke und so genannte Insellösungen, Speichertechnik und zunehmend auch eine in breite Palette von Dienstleistungen rund ums Energie-Management an. Vor allem das letztgenannte Geschäftsfeld soll in den kommenden Jahren massiv ausgebaut werden. Geld dafür hat SMA genug. Die Kriegskasse ist mit 413 Mio. Euro prall gefüllt – 51 Mio. mehr als noch Ende des vergangenen Jahres.

SMA beschäftigt weltweit gut 3200 Mitarbeiter, davon etwa zwei Drittel in Niestetal und Kassel.  

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