Weibchen übernimmt Fütterung der Jungtiere

Niestetaler Storchenpaar: Männchen ist verletzt

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Am rechten Bein verletzt: Wie HNA-Leser Johannes Brenner berichtet, kann das Sandershäuser Storchenmännchen (vorn) seit einigen Tagen nur noch auf einem Bein stehen.

Niestetal. Traurige Nachrichten vom Sandershäuser Storchenpaar: Das Männchen ist anscheinend verletzt, es kann seit einigen Tagen nur noch auf einem Bein stehen.

Traurige Nachrichten vom Sandershäuser Storchenpaar: Das Männchen ist scheinbar verletzt. Das berichtet Johannes Brenner aus Kassel, der das Storchenpaar schon seit vielen Jahren mit seiner Fotokamera beobachtet. „Das männliche Tier kann seit einigen Tagen nur noch auf einem Bein stehen. Eine offensichtliche Verletzung kann man jedoch auch bei näherer Betrachtung nicht erkennen. Allerdings sieht man eindeutig, dass er das rechte Bein nicht belasten kann“, schreibt Brenner in einer Mail an die Redaktion. Auch beim Anflug auf das Nest lande das Tier nur auf einem Bein.

Unklar ist, wie die Verletzung entstanden ist. Wie Beobachter vom Naturschutzbund (Nabu) berichten, „brauche es bei einem Storch nicht viel von einem geschlossenen Bruch des Beins bis zu einem offenen Bruch“. Möglicherweise handelt es sich bei der Verletzung des Sandershäuser Storches um einen geschlossenen Bruch des Beins. Sollte es bei der geschlossenen Fraktur bleiben, verringert sich das Infektionsrisiko und die Heilungschancen erhöhen sich.

Trotz Verletzung überlebt

Dass Störche auch mit schwerwiegenden Verletzungen überleben können, zeigt Storch „Karl“ im Trendelburger Stadtteil Sielen (Kreis Kassel): Er kann sogar mit fehlendem Unterschenkel weiterleben. Bei einem Unfall im April dieses Jahres hatte das Tier den linken Unterschenkel verloren, der weitgehend abgetrennte untere Teil des Beines hing eine Zeit lang lose an einer Sehne. Inzwischen scheint die Wunde gut verheilt zu sein. Das Tier wurde zuletzt vor etwa drei Wochen munter in der Nähe des Horstes in Sielen beobachtet.

Das einzige im Altkreis Kassel brütende Storchenpaar in Niestetal-Sandershausen hat zum ersten Mal vier Jungtiere im Nest sitzen – das spricht für eine relativ gute Nahrungssituation. In den vergangenen beiden Jahren schlüpften jeweils nur drei Jungtiere, in den Jahren davor immer nur zwei. Die Störche brüten seit 2012 regelmäßig nahe der Nieste-Mündung in die Fulda.

„Das Männchen füttert die Jungstörche nur noch sehr selten. Seine Partnerin ist nun allein für Nahrungssuche zuständig“, berichtet Brenner von seinen Beobachtungen. Mittlerweile seien die vier Jungstörche aber schon sehr groß und die Hoffnung bestehe, dass das Muttertier genügend Nahrung bis zum Jungfernflug der Jungstörche bringen kann. „Danach können sie sich selbst ernähren“, weiß Johannes Brenner aus Erfahrung.

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