Bald mit Tablet-PC: Papierloses Parlament ist im Kommen

Tablet-PC statt Taschen voll mit Sitzungsunterlagen: In Niestetal wird dieser Wechsel für die Gemeindevertreter wohl schon im kommenden Frühjahr Realität. HNA-Repro: Rusche 

Niestetal. Erfolg für die Niestetaler CDU: Abgeordnete werden ab März 2016 mit Tablet-Computern ausgestattet

Niestetal. Die Digitalisierung der Gemeindevertretung in Niestetal nimmt Fahrt auf. So könnten bereits nach der Kommunalwahl am 6. März 2016 die Niestetaler Mandatsträger mit Tablet-PCs ausgerüstet werden. Ziel: „Wir wollen künftig schneller kommunizieren und dabei Berge von Papier sparen“, sagt Bürgermeister Andreas Siebert (SPD).

Erste Hürde genommen

Andreas Siebert

Eine wichtige Hürde auf dem Weg zur Digitalisierung des internen Schriftverkehrs wurde jetzt im Finanzausschuss genommen. Einstimmig empfehlen SPD, CDU und Grüne die Anschaffung von Tablet-PCs für die Gemeindevertreter. Die CDU jubelte - immerhin war sie es, die im Dezember 2011 erstmals einen entsprechenden Antrag eingebracht hatte. „Beharrlichkeit zahlt sich aus“, sagt Alexander Wendel, Vorsitzender der Niestetaler CDU. Er ist sich sicher, dass am Donnerstag, 23. Juli, im Parlament der endgültige Beschluss für einen papierlosen Schriftverkehr zwischen Verwaltung und Volksvertretern gefasst wird. Steinig war der Weg dahin allemal, erinnert sich Siebert. Viele Vorbehalte galt es auszuräumen. Würden die Mandatsträger später auf Kosten der Steuerzahler die Geräte auch privat nutzen? Würden womöglich nur Nobel-Geräte einer einschlägig bekannten Marke angeschafft, nur weil es eben schick ist? Und: Ist es nicht eher purer Snobismus, wenn sich eine relativ wohlhabende Gemeinde mit teuren Handcomputern eindeckt?

Alexander Wendel

Die Neiddebatte sei inzwischen abgeebbt, sagt Siebert. Elektronischer Schriftverkehr entwickele sich inzwischen überall zum Standard. Insofern sei auch kein privater Missbrauch zu befürchten. „Die meisten Mandatsträger haben eh schon solche Geräte zu Hause stehen“, sagt Siebert. Und was die Wahl des Fabrikats angehe, werde die Gemeinde ganz genau hinsehen. „Wir werden uns für ein System entscheiden, das einfach ist und verlässlich läuft.“

6400 Euro Pro Jahr 

Sicher für Siebert ist es indes, dass das Arbeiten mit Tablet-PCs nicht unbedingt Kosten einspart. „Aktuell geben wir 6400 Euro pro Jahr für Papier, Kopien und Porto aus“, sagt Siebert. „Mit Tablets wird sich da wenig ändern“. 41 Geräte müssten angeschafft werden, dazu die erforderliche W-Lan-Technik und die laufenden Anschlusskosten.

CDU-Chef Wendel sieht das anders. Natürlich werde die Kommune dauerhaft sparen. „Versand- und Personalkosten unterliegen laufend einer inflationären und tariflichen Steigerung“, sagt Wendel. Tablets dagegen - seien sie einmal auf dem Markt etabliert - würden dagegen immer preiswerter.

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