Falls Niestetals Bürgermeister Andreas Siebert Vize-Landrat wird

Pensionär würde politische Geschäfte in Niestetal übernehmen

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Stellvertretung steht fest: Falls Bürgermeister Andreas Siebert als Vize-Landrat gewählt werden sollte, übernimmt Werner Nicolaus, Erster Beigeordneter, die politischen Geschäfte im Niestetaler Rathaus. 

Niestetal. Niestetals Bürgermeister Andreas Siebert (SPD) könnte demnächst Vize-Landrat werden. Dann würde Werner Nicolaus die politischen Geschäfte in der Gemeinde übernehmen.

Am 8. März entscheidet der Kreistag darüber, ob der 47-jährige Andreas Siebert die Nachfolge von Susanne Selbert antritt, die ab Mai die neue Direktorin des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen (LWV) ist.

Seit 2006 im Amt: Bürgermeister Andreas Siebert.

Falls sich die Mehrheit der Kreistagsabgeordneten für Siebert als Ersten hauptamtlichen Beigeordneten entscheidet und er seinen neuen Job am 2. Mai antritt – was ist dann mit Niestetal? Denn offiziell läuft Sieberts Amtszeit als Bürgermeister noch bis Anfang Oktober dieses Jahres. Doch wer übernimmt bis dahin die politischen Geschäfte?

Werner Nicolaus als Vertreter

An seine Stelle würde Werner Nicolaus (SPD) treten. Der 72-Jährige ist Erster Beigeordneter im Niestetaler Gemeindevorstand und somit der Stellvertreter des Bürgermeisters: „Bisher habe ich Herrn Siebert während seiner Urlaubszeit vertreten. Falls er zum Vize-Landrat gewählt werden sollte, kommt natürlich ein längerer Zeitraum auf mich zu.“

Vertritt den Amtschef: Erster Beigeordneter Werner Nicolaus.

Zeit für das umfangreiche Amt hat der Pensionär, zutrauen tut er sich die Aufgabe ebenfalls. „Inzwischen kann ich auf gewisse politische Erfahrungen zurückblicken“, verweist Nicolaus auf seine knapp zwölfjährige Erfahrung als Erster Beigeordneter. Zuvor war er 13 Jahre lang Gemeindevertretervorsitzender, davor lebte er in Marburg und engagierte sich dort ehrenamtlich als Ortsvorsteher. „Ich habe mich schon immer für die Gemeinschaft eingesetzt – sowohl politisch als auch in Vereinen. Mir macht das Spaß und die Gemeinde liegt mir am Herzen“, begründet der Niestetaler sein Engagement. Auch beruflich bedingt kennt sich Nicolaus in Sachen Verwaltung aus: Der gelernte Sozialversicherungsfachangestellte war zuletzt Geschäftsführer der Innungskrankenkasse (IKK) in Kassel.

Enge Zusammenarbeit

„Bürgermeister Siebert und ich stehen bereits seit Jahren im ständigen Austausch. Sonst wäre auch keine gute Zusammenarbeit möglich“, so Nicolaus. Zwei bis drei Mal pro Woche schaue er im Rathaus vorbei, um sich auf dem Laufenden zu halten und um Anregungen von Bürgern weiterzugeben, „wo der Schuh drückt“.

Auch wenn Nicolaus die Amtsgeschäfte von Siebert mehrere Monate lang übernehmen sollte, handelt es sich weiterhin um ein Ehrenamt (Aufwandsentschädigung in Höhe von 43 Euro pro Vertretungs-Tag).

Hintergrund: Über ein Jahr lang Stellvertreter in Oberweser 

Da der Bürgermeister der Gemeinde Oberweser (Landkreis Kassel), Rüdiger Henne (SPD), im Sommer 2015 schwer erkrankte und sich vorzeitig in den Ruhestand verabschiedete, sprang sein Stellvertreter – der Erste Beigeordnete Jürgen Noll – über ein Jahr lang ein. Im Oktober 2016 wurde Kämmerer Cornelius Turrey (SPD) mit 82,6 Prozent der Stimmen zum neuen Bürgermeister gewählt. 

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