Fragen und Antworten

Programm zum Energiesparen soll Niestetal fit für Zukunft machen

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Neues Rathaus als Vorbild: Das Niestetaler Rathaus wurde aufwendig saniert und gedämmt, der Anbau (links) wurde energieeffizient errichtet. Die Gemeinde möchte damit Vorreiter für private Projekte in Niestetal sein.

Niestetal. Die Gemeinde Niestetal entwickelt im Rahmen eines Förderprogramms der KfW-Bank (Kreditanstalt für Wiederaufbau) ein Konzept zur energetischen Sanierung in den Ortskernen von Heiligenrode und Sandershausen.

Rund 40 Bürger nahmen nun an der Auftaktveranstaltung des Projekts mit dem Niestetaler Klimaschutzmanager Arno Scheer im Rathaus teil, um sich über die Chancen des Programms zu informieren und eigene Ideen einzubringen. Wir geben Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Wer erarbeitet das Konzept zur energetischen Sanierung? 

Die Gemeinde arbeitet mit zwei Projektpartnern zusammen, der Firma Mut-Energiesysteme und dem Stadtentwicklungsbüro NH-Projektstadt aus Kassel. Zusammen mit dem Niestetaler Klimaschutzmanager Arno Scheer machen sie eine Bestandsaufnahme und nehmen Anregungen und Wünsche von Bürgern auf, um sie in das Konzept einzuarbeiten.

Welche Ziele verbindet die Gemeinde Niestetal mit dem Konzept? 

Ein Schwerpunkt ist die Reduzierung des Verbrauchs von elektrischem Strom und Wärme. Denn Niestetal will bis 2025 eine CO2-neutrale, also klimafreundliche Gemeinde werden. Doch die Ziele gehen über die Wärmedämmung von Häusern, Umbau von Energieversorgungsnetzen und den zusätzlichen Einsatz von erneuerbaren Energien weit hinaus: Die Quartiere in den Ortskernen sollen zukunftsfest gemacht werden und besser für Klimawandel und demografischen Wandel gerüstet werden. Im Ergebnis geht es um eine Verbesserung der Lebensqualität für alle Bürger.

Sind denn bereits Schwachstellen in den beiden Ortsteilen ermittelt worden? 

Ja, da gibt es einige. Viele Einfamilienhäuser stammen noch aus der Nachkriegszeit oder sogar aus den 1930er-Jahren. Es geht um 500 Gebäude. Bei zwei Dritteln von ihnen besteht dringender Handlungsbedarf. Außerdem gibt es in den Ortskernen relativ wenig Grünflächen. In der Auftaktveranstaltung wurde auch deutlich, dass die Parksituation vielerorts unbefriedigend ist. Das Gleiche gilt für Plätze, auf denen Anwohner verweilen und Kinder spielen können.

Bekommen Eigenheimbesitzer Zuschüsse aus dem Sanierungsprogramm, wenn sie ihr Haus dämmen oder eine neue Heizung einbauen lassen wollen? 

Nein. Das Programm zielt auf Planung und Beratung. Dennoch profitieren die Eigenheimbesitzer auch unmittelbar. Denn sie werden dabei unterstützt, sich im Dschungel der vielfältigen Fördermöglichkeiten für die energetische Sanierung zurechtzufinden und bürokratische Hürden zu überwinden. Diese Informationen sollen fortlaufend aktualisiert werden.

Sieht das Konzept auch eine Verpflichtung zur energetischen Sanierung vor? 

Nein, es setzt ganz auf Freiwilligkeit und Überzeugungsarbeit.

Fängt die Gemeinde Niestetal eigentlich beim Klimaschutz bei null an? 

Nein. Niestetal unterstützt schon seit Jahren seine Bürger bei der energetischen Sanierung und erneuerbaren Energien. Allein das gerade auslaufende Klimaschutzprogramm der Gemeinde sei sehr erfolgreich, sagt Klimaschutzmanager Scheer. In drei Jahren seien mit 380.000 Euro Fördersumme Investitionen von 4,2 Millionen Euro in 240 Häusern angestoßen worden.

Weitere Informationen bei dem Klimaschutzmanager Arno Scheer, Tel. 05 61/5 20 22 45; per E-Mail: arno.scheer@niestetal.de

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