Projekt am Sensenstein: Deag hält an Windpark fest

+
Streit um Windpark: Acht Windkraftanlagen will die Deag GmbH am Sensenstein errichten. Der Standort ist umstritten, verschiedene Gutachten machen unterschiedliche Angaben, ob hier mit genügend Wind zu rechnen ist. Unser Bild zeigt Anlagen in Schleswig-Holstein.

Nieste/Niestetal/Kaufungen. Die Deutsche Energie Agentur GmbH (Deag) hält an den umstrittenen Plänen für den Bau eines Windparks bei Windhausen am Sensenstein fest.

Das hat Deag-Geschäftsführer Christian Zydat gegenüber der HNA deutlich gemacht.

Das mittelständische Unternehmen mit 20 Mitarbeitern und Sitz in Osnabrück plant, baut und betreibt Windenergieanlagen. Deag hat mit dem Land Hessen einen Vertrag über die Nutzung landeseigener Flächen entlang der K 4 für Windkraft geschlossen. „Wenn der Standort in den Regionalplan aufgenommen wird, werden wir hier bis zu acht Windkraftanlagen errichten“, sagte Zydat.

Die Parlamente der drei Anliegergemeinden Nieste, Niestetal und Kaufungen haben vergangene Woche einstimmig beschlossen, notfalls gegen den Teilregionalplan Energie zu klagen, wenn an den Windvorrangflächen am Sensenstein festgehalten werde. Die Gemeinden hatten vor Jahren eigene Pläne für zwei Windparks am Sensenstein aufgegeben, weil die geforderten Mindestwindgeschwindigkeiten nicht erreicht würden.

Deag lässt sich davon nicht beeindrucken. Laut Zydat ist die Windstärke an dem Standort ausreichend. Das mache das von Deag in Auftrag gegebene Gutachten deutlich. Darin seien in 140 Meter Höhe durchschnittliche Windgeschwindigkeiten von 6,0 bis 6,1 Meter pro Sekunde ausgewiesen. Die Landesregierung fordert mindestens 5,75 m/sec. Ein von den Gemeinden vorgelegtes Gutachten von Cube Engineering (Kassel) setzt die mittlere Windgeschwindigkeit am Standort mit nur 5,52 m/sec an.

Zydat meinte, die von Deag ins Auge gefassten Standorte für die acht Anlagen lägen höher als die der Gemeinden, möglicherweise sei der Wind dort stärker. Er gehe von der Wirtschaftlichkeit des Projekts aus; nur dann mache es Sinn und nur dann könne es auch verwirklicht werden.

„Keiner hat ein Interesse daran, eine Industrieruine hinzustellen“, so der Investor weiter. Das vorgelegte Windgutachten sei kein Gefälligkeitsgutachten. Für die Finanzierung des 45 Millionen Euro schweren Projekts seien zwei weitere Studien notwendig, die von den Banken eingehend geprüft würden.

Wenn der Standort im Regionalplan festgeschrieben werde, könne man sich an die konkrete Planung machen. Weitere Gutachten zum Schattenwurf, zu Luftturbulenzen und zum Schall müssten dann in Auftrag gegeben werden. Der Schutz von Tieren und Landschaft werde bereits im Rahmen des Regionalplans geprüft und festgeschrieben. Wenn alles rundläuft, soll der Windpark 2016 oder 2017 in Betrieb gehen. Geplant sind acht Anlagen der Drei-Megawatt-Klasse; sie sind um die 200 Meter hoch und haben einen Rotordurchmesser von etwa 130 Metern.

Man wolle auch Kommunen, Stadtwerken und Bürgerenergiegenossenschaften die Möglichkeit geben, sich an dem Windpark finanziell zu beteiligen, sagte Zydat. Gespräche dazu solle es geben, wenn der Regionalplan verabschiedet ist und sich die Pläne konkretisieren.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.