Gemeinde spricht von Unstimmigkeiten mit der Baufirma

Radweg zwischen Heiligenrode und Uschlag kommt nicht voran

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Verlassene Baustelle: Der künftige Radweg ist erst bis kurz hinter dem Wander-Steg über die Nieste (rechts) vorn grob geschottert worden. Richtung Heiligenrode fehlen noch mehrere 100 Meter. 

Niestetal. Seit Jahren bemüht sich die Gemeinde Niestetal, zwischen Heiligenrode und Uschlag mehr Sicherheit für Radfahrer zu schaffen. Doch der Bau eines Radwegs scheiterte immer wieder, entweder am fehlenden eigenen Geld oder am Ausbleiben von Zuschüssen.

Vergangenes Jahr ging es endlich los mit dem Bau. Doch erneut scheint der Wurm in diesem Projekt drin zu stecken: Die Arbeiten ruhen, der Weg ist noch längst nicht fertig.

Es gebe „Unstimmigkeiten“ zwischen der Gemeinde und der beauftragten Baufirma, sagte Bauamtsleiter Peter Lieder. Möglicherweise droht eine juristische Auseinandersetzung. In den nächsten zwei Wochen werde es ein Gespräch mit der Firma und Vertretern der Gemeindeverwaltung geben. Beide würden ihre juristischen Beistände mitbringen, erklärte Lieder.

Worum es bei der Auseinandersetzung geht, dazu wollen weder Lieder noch die mit der Öffentlichkeitsarbeit in der Verwaltung beauftragte Heike Pflüger etwas sagen. Wenn es etwas Neues gebe, werde man sich gern äußern, heißt es.

Der Weg im Abschnitt zwischen den Kleingärten und der Einmündung auf die Landesstraße in Höhe des Schützenhauses ist noch längst nicht fertig: Dort ist er zwar bis vergangenen Herbst ausgekoffert worden. Doch dann ging es kaum weiter: Inzwischen ist zwischen Landesstraße und dem Steg des Kassel-Steigs über die Nieste nur ein kleines Stück der breiten Erdfurche mit dicken Schottersteinen aufgeschüttet worden. Ob das der richtige Unterbau für die geplante Asphaltierung ist? Oder hat die Gemeinde gemerkt, dass hier etwas nicht stimmt, und hat die Notbremse gezogen? Darauf bekommt man momentan vom Rathaus keine Antwort. „Soweit Fragen derzeit noch nicht konkreter beantwortet werden können, ist dies dem noch laufenden Projekt und den damit verbundenen Sachverhalten geschuldet“, teilt Pflüger in einer E-Mail mit.

Auch wie die Radfahrer sicher über die Landesstraße, auf der häufig Autos mit hoher Geschwindigkeit unterwegs sind, gelangen können, scheint noch nicht geklärt. Darüber wolle man mit Hessen Mobil reden, hatte es vergangenes Jahr noch geheißen. Es habe kein Abstimmungsgespräch mit seiner Behörde gegeben, sagt Horst Sinemus, Pressesprecher der Straßenbehörde.

Im Übrigen sei es Sache der Gemeinde als Verkehrsbehörde, für die nötige Absicherung der Radler, beispielsweise durch Beschilderung, Es sei wichtig, dass sich die Querung nicht an einer schlecht einsehbaren Stelle oder einem Kurvenbereich befinde, sagt Stefan Arend, der Radverkehrsbeauftragte des Landkreises. Warnschilder sollten möglichst schon weit vor dem Radweg platziert werden. Unterstützend könne ein Tempolimit in diesem Bereich festgelegt werden. (pdi)

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