Vier Monate als Rathauschef

Rathaus statt Ruhestand: 73-Jähriger ist Niestetals Interims-Bürgermeister

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Übernimmt seit Mai die politischen Geschäfte in Niestetal: Werner Nicolaus ist Erster Beigeordneter und somit Stellvertreter des Bürgermeisters. Da Andreas Siebert als Vize-Landrat ins Kreishaus gewechselt ist und der neue Rathauschef Marcel Brückmann sein Amt erst am 1. September antritt, springt der 73-jährige Nicolaus für vier Monate ein.

Niestetal. Fünf Tage die Woche morgens bis mittags ins Rathausbüro, nachmittags und abends repräsentative Termine – das ist der Alltag des 73-jährigen Pensionärs Werner Nicolaus.

Der Sozialdemokrat ist seit zwölf Jahren Erster Beigeordneter im Niestetaler Gemeindevorstand und somit der Stellvertreter des Bürgermeisters. Da der ehemalige Rathauschef Andreas Siebert (SPD) zum 1. Mai als Vize-Landrat ins Kreishaus gewechselt ist und der neue Bürgermeister Marcel Brückmann (SPD) sein Amt erst am 1. September antritt, muss Nicolaus nun für vier Monate einspringen. Bislang hatte der 73-jährige Siebert während Urlaubszeiten vertreten.

„Ich hatte nicht damit gerechnet, so lange als Stellvertreter einzuspringen. Das artet ja in einen Vollzeitjob aus“, sagt Nicolaus lachend, der bereits 13 Jahre lang als Gemeindevertretervorsitzender politische Erfahrungen sammeln konnte. Doch durch die Fachbereichsleiter erhalte er dankenswerterweise sehr gute Unterstützung, „sonst wäre das Arbeitspensum nicht zu schaffen.“ Und fügt hinzu: „Ich bin froh, wenn Wochenende ist und ich alle viere von mir strecken kann.“

Als Erster Beigeordneter wurde Nicolaus für fünf Jahre gewählt, seine Amtszeit läuft noch bis 2021. Es handelt sich um ein Ehrenamt, die Aufwandsentschädigung liegt bei 43 Euro brutto pro Vertretungstag.

Zeit für Tennis und Radtouren

„Ich war schon seit jeher der Meinung, dass ich der Gesellschaft etwas zurückgeben will. Daher habe ich mich sowohl politisch als auch in Vereinen engagiert. Mir macht das Spaß und die Gemeinde liegt mir am Herzen“, begründet der ehemalige Geschäftsführer der Innungskrankenkasse (IKK) in Kassel sein Engagement.

Nicolaus, der seit 1972 SPD-Mitglied ist und bereits ehrenamtlicher Ortsbeirat in Marburg war, freut sich auf den 1. September: „Dann habe ich wieder Zeit zum Tennisspielen und zum Radfahren. Im Herbst plane ich eine Tour von Niestetal nach Berlin auf dem Radweg Deutsche Einheit.“

Welchen Ratschlag der Heiligenröder für den neuen Rathauschef Marcel Brückmann hat? „Sich nicht von all den Terminen erschlagen lassen, für sich selbst einen Freiraum schaffen – sonst frisst einen der Job auf.“

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