Das Reparier-Café in Niestetal ist ein Renner

Hilfe zur Selbsthilfe: Im Reparier-Café Niestetal wird eine Mikrowelle nach der Schadensanalyse zusammengebaut. Auf dem Bild sind Barbara Löwe (von links), Christoph Krieg, Sozialpädagogin Susanne Messing und der ehrenamtliche Mitarbeiter Günther Bätjer zu sehen. Foto: Wohlgehagen

Niestetal. Das neu eingerichtete Reparier-Café ist schon kurz nach seiner Eröffnung ein Renner bei den Angeboten des Familienzentrums im Rathaus Niestetal.

Unter dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“ können Bürger an jedem dritten Donnerstag des Monats (17 bis 19 Uhr) etwa ihre streikende Kaffeemaschine, einen defekten Drucker, einen Fernseher oder andere Geräte vorbeibringen.

Ein Team erfahrener, ehrenamtlich tätiger Schrauber und Technikfreaks kümmert sich um die Schadensanalyse und hilft bei der Reparatur. Anders als in herkömmlichen Werkstätten wird erwartet, dass die Kunden selbst mit anpacken. Statt der Begleichung einer Rechnung wird im Familienzentrum nur eine Spende erwartet.

„Man sollte Geräte auf keinen Fall wegwerfen, sondern erst mal zu uns kommen“, rät Sozialpädagogin Susanne Messing, die sich mit ihrer Kollegin Elke Schöppe und einem Dutzend Ehrenamtlicher um die Belange des Reparier-Cafés und eines im Tiefgeschoss des Rathauses untergebrachten Second-Hand-Kleiderstübchens (geöffnet dienstags 9 bis 11 und donnerstags 17 bis 19 Uhr) kümmert.

In den Räumen des Reparier-Cafés herrscht geschäftiges Treiben: Josef Frigger hat eine Mikrowellen-Heißluft-Kombination geöffnet. Der 69-jährige Elektromeister findet schnell heraus, dass der Thermostat an diesem Gerät nicht mehr mitspielt. Jetzt müssen sich die Besitzer Barbara Löwe und Christoph Krieg erst einmal um ein Ersatzteil bemühen, bevor sie für den Einbau wiederkommen.

Auf hoher See unterwegs

Auch Thomas, ein 33-jähriger Elektroingenieur aus Niestetal, und Günther Bätjer (79), der früher als Schiffsingenieur auf großer Fahrt war, gehören dem ehrenamtlich tätigen Schrauberteam an. Sie bemühen sich um defekte CD-Player, befassen sich mit älteren Fernsehgeräten, mit Fahrrädern oder sorgen dafür, dass in Kleinteilen verpackt angelieferte Möbelstücke fachgerecht zusammengebaut werden.

„Mit diesem Zuspruch haben wir nicht gerechnet“, gesteht Susanne Messing freimütig. Die Sozialpädagogin weist noch auf einen weiteren Unterschied zu gängigen Werkstätten hin, der auch zur guten Atmosphäre in der Einrichtung des Familienzentrums Niestetal beitrage: Im Reparier-Café werde Kunden und Schraubern während der Pausen oder nach der gemeinsamen Reparatur eine Tasse mit frisch gebrühtem Kaffee oder ein Stückchen vom selbst gebackenen Kuchen angeboten.

Infos und Anmeldung: Familienzentrum Niestetal, Seiteneingang im Rathaus, Heiligenröder Straße 70, Tel.: 0561-5202-416.

www.niestetal.de

Von Hans-Peter Wohlgehagen

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