Rösterei Kühn & Carter: Kasseler Kaffee mit Marzipan-Geschmack

Kassel. Der Duft von Kaffee liegt in der Luft. Und das, obwohl keine Kaffeemaschine läuft: Der Geruch strömt aus Eimern mit verschiedenen Sorten frisch gerösteter Kaffeebohnen.

Dieter Kühn und Alexandra Carter haben sich in Niestetal-Sandershausen eine eigene Rösterei mit dem Namen „Kühn & Carter“ aufgebaut. Hier veredeln sie rohe zu gerösteten Kaffeebohnen in einem großen Röster mit einem Fassungsvermögen von zehn Kilogramm. Zudem schenken sie Gästen Kaffee aus und verkaufen ihn auch an Privatpersonen sowie vor allem an Großkunden.

„Kühn & Carter“ bietet über 21 verschiedene Kaffeesorten an, darunter auch heimische Eigenmischungen wie Kasseler „Milde“ oder „Genuss“. Manche Sorten duften nach Haselnuss, Marzipan oder exotischer Orange-Chili. Laut Carter ein Alleinstellungsmerkmal: Keine andere Rösterei in der Region produziere Aromakaffees selbst. „Wie wir die Aromen einbinden, ist aber geheim“, sagt sie.

Aus Liebe zum Kaffee hat das Paar im April 2013 in der eigenen Garage in Kassel mit dem Rösten angefangen. Sie habe ihre Leidenschaft für Kaffee während ihres studentischen Nebenjobs in einem Kasseler Coffeeshop wiederentdeckt, sagt Alexandra Carter. „Davor habe ich lange keinen Kaffee getrunken, weil mir die Bitterstoffe nicht bekamen“, erzählt die 44-Jährige. Im Coffeeshop habe sie dann das Handwerk einer Barista, also einer professionellen Kaffeezubereiterin, erlernt.

Das Rösten haben sie sich weitgehend selbst beigebracht, sagt Kühn. Hilfe bekämen sie von einem erfahrenen Röster aus Rheinland-Pfalz, den sie 2012 bei einer Kaffee-Messe kennenlernten. Der Experte berate sie bis heute besonders beim Einkauf von hochwertigen Bohnen aus aller Welt. Fairer Handel sei ihnen dabei sehr wichtig, berichtet Kühn.

Seit Dezember 2013 sind die Produktion und der Ausschank in Niestetal: Ein Auftrag habe den nächsten gejagt, die Garage sei zu klein geworden. Heute diene sie als Lager, sagt Kühn. „Die neuen Räume haben wir angemietet, als wir genug Großkunden hatten“, erzählt er. Der gelernte Industriemeister (Fachrichtung Metall) arbeitet nebenher noch in einer Druckerei, um ein zweites Standbein zu haben. Grundsätzlich könne man aber vom Ertrag der Rösterei leben, sagt der 52-Jährige.

Die Präsenz auf Messen sei ihre Akquise. Vor allem Großkunden wie Steuerbüros, die Messe Kassel oder der Musikpark A7 würden ihren Kaffee regelmäßig ordern. Die beiden kreieren auch individuelle Mischungen für ihre Kunden und rösten zwei Mal pro Woche wegen der täglichen Bestellungen. „Wir möchten unseren Kaffee gerne auch in Supermärkten verkaufen und uns weiter vergrößern“, sagt Carter. Bei der Frühjahrsausstellung der Messe Kassel sind „Kühn & Carter“ auch dabei.

Von RebeccaRohrbach

Infos: www.kaffee-kassel.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.