Ab 26. Juni nur noch Geld- und Überweisungsautomaten

Schließung der Heiligenröder Sparkassen-Filiale: „Schlimm für alte Leute“

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Er sieht der Schließung gelassen entgegen: Erwin Lichte vor der Filiale der Kasseler Sparkasse in Heiligenrode. 

Niestetal. In der Filiale Heiligenrode der Kasseler Sparkasse gibt es ab dem 26. Juni nur noch einen Geld- und einen Überweisungsautomaten. Die Kundenreaktionen fallen zwiespältig aus.

Von außen hat bisher noch nichts auf die bevorstehende Schließung hingewiesen. Doch die Kunden der Filiale Heiligenrode der Kasseler Sparkasse sind schon durch Briefe ihrer Bank informiert: Am kommenden Freitag werden sie sich das letzte Mal dort am Schalter beraten lassen und die Hilfe der beiden Angestellten bei der Ausfüllung von Überweisungen in Anspruch nehmen können. Ab Montag, 26. Juni, gibt es dort nur noch einen Geld- und einen Überweisungsautomaten. Wer sich beraten lassen will, der muss dann zum neuen Service-Center nach Sandershausen fahren.

Die Kundenreaktionen auf die Schließung fallen zwiespältig aus, wie eine stichprobenartige Befragung zeigt. Völliges Unverständnis zeigt Rita Delogu für die Schließung der Filiale. „Für die alten Leute ist es schlimm“, sagt die junge Frau. Eine alte Oma, die auf den Rollator angewiesen ist, helfe auch der kostenlose Ortsbus nicht, mit dem sie theoretisch zum neuen Beratungscenter nach Sandershausen fahren könnte.

Die Behauptung der Sparkasse, diese Filiale werde nur noch von relativ wenigen Kunden aufgesucht, könne sie aus ihrer eigenen Beobachtung heraus nicht nachvollziehen. Und überhaupt: Mit nur zwei Bankberatern sei die Filiale schon jetzt zu schwach besetzt. Das räumt auch Sparkassen-Pressesprecher Michael Krath ein.

Deshalb habe man ja gerade das neue Beratungscenter eingerichtet, in das ein Mitarbeiter wechseln werde. Die andere Angestellte arbeitet künftig in Bettenhausen.

Es gibt auch Verständnis

Der Niestetaler Erwin Lichte hat dagegen Verständnis für die Entscheidung der Sparkasse. „Sie leidet unter der Null-Zins-Politik. Die Sparkasse kann das Geld ja nicht drucken“, sagt er. Ältere Menschen könnten den kostenlosen Ortsbus nach Niestetal benutzen. „Solange mein Mann noch Auto fahren kann, geht es“, sagt die Rentnerin Olinda Diemer. „So ist das halt heute im Bankgewerbe“, fügt sie hinzu. 

Michael Fehr

Michael Fehr aus Heiligenrode hat kein Problem mit der Schließung: „Ich habe selten Beratung nötig und komme meistens nur, um Geld zu holen“, sagt er. Trotzdem ist er nachdenklich, was die Zukunft betrifft. „Wir werden ja schließlich alle mal alt“, sagt der Niestetaler.

Erst neu gebaut

Die Sparkasse hatte ihr Gebäude an der Kasseler Straße, in der sich neben der Filiale auch Mietwohnungen befinden, erst Anfang 2014 aufwendig für 370 000 Euro saniert. Das Geld sei immer noch sinnvoll investiert, sagte Pressesprecher Krath.

Denn die Mieter profitierten von niedrigeren Energiekosten. Was mit den Räumen der Filiale passiere, stehe noch nicht fest. Für die Heiligenröder Kunden gebe es Freiumschläge für Überweisungen. Außerdem habe man die telefonische Erreichbarkeit für das Online-Banking nochmals ausgeweitet. Auf Wunsch komme man auch zur persönlichen Beratung ins Haus.

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