700 Stellen sollen weg

SMA setzt beim geplanten Personalabbau von 700 Stellen auf freiwillige Lösungen

Kassel / Niestetal. Der Solartechnikhersteller SMA will den schrittweisen Personalabbau um 700 Vollzeitstellen möglichst ohne betriebsbedingte Kündigungen hinbekommen. Dieses Ziel nannte Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon im Gespräch mit der HNA.

Insgesamt 800 Mitarbeiter müssen gehen, weil SMA in diesem Jahr von der Krise in der Solarbranche voll erwischt wurde. Der Umsatz ist seit 2010 um nahezu 50 Prozent zurückgegangen. Die Entlassungen werden vor allem die Standorte Kasssel und Niestetal treffen, weil die etwa 100 Vertriebler und Servicespezialisten, die nicht in der Region, sondern in Krefeld und überall in Deutschland tätig sind, weiter gebraucht werden.

„Unser Ziel ist es, die Sache freiwillig hinzubekommen“, sagt Urbon. Das Unternehmen legt ein weiteres freiwilliges Abfindungsprogramm auf. Wer sich freiwillig dafür entscheidet, zu gehen, bekommt Geld. Wie hoch die Beträge sein werden, die sich an der Dauer der Firmenzugehörigkeit und der Höhe des Monatseinkommens orientieren, wird derzeit zwischen Unternehmensleitung und Betriebsrat verhandelt. Freiwillig ist auch ein Wechsel in eine Transfergesellschaft möglich. Dort können sich SMA-Mitarbeiter auf Kosten des Unternehmens weiter qualifizieren und werden für eine bestimmte Dauer weiter bezahlt – bis zum Ausscheiden und dem anvisierten Wechsel auf einen neuen Arbeitsplatz anderswo. Auch über die Dauer dieser Transferzeit wird noch verhandelt.

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Seit März dieses Jahres hat SMA nach Angaben von Urbon bereits 100 Stellen abgebaut. Zudem würden befristete Arbeitsverträge, die 2014 auslaufen, nicht verlängert. Das betreffe rund 300 Vollzeitstellen. Damit sei bereits die Hälfte des nötigen Personalabbaus bewerkstelligt. Am Donnerstag wurden in den einzelnen Ressort des Unternehmens Gespräche mit den betroffenen Mitarbeitern geführt und die angestrebten Personalveränderungen erläutert. „Wir wollen, dass die Mitarbeiter noch vor den Sommerferien Klarheit haben“, sagt Urbon. Wie lange es dauern wird, bis SMA wieder festen Boden unter den Füßen und sich die Solarbranche konsolidiert hat, „dazu kann ich keine Prognose abgeben“, erklärt der Vorstandssprecher. SMA werde vor allem bei Innovationen „weiter Vollgas geben“, um sich im Markt zu behaupten. Deswegen werde es auch in der Entwicklung keine Entlassungen geben.

Fotos: SMA - Unternehmensgeschichte in Bildern

SMA: Die Geschichte des Unternehmens in Bildern

Derzeit hat SMA weltweit 5800 Mitarbeiter, davon 4500 in Deutschland. Ende 2014 soll es in Deutschland noch 3000 Vollzeitstellen und ungefähr 3500 Mitarbeiter geben – die große Mehrzahl davon in Kassel und Niestetal. Das soll auch so bleiben, versichert Urbon: „Dieser Standort ist unser Hauptquartier, hier haben wir unsere Wurzeln.“

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