Jahreshauptversammlung

SMA erzielt erneut Absatzrekord: Mehr Geld für Aktionäre

Kassel/Niestetal. Gute Stimmung herrschte am Donnerstag bei der Jahreshauptversammlung des Niestetaler Solartechnik-Herstellers SMA in der Kasseler Stadthalle.

Aktualisiert um 17.50 Uhr - Das Unternehmen hat laut Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon im vergangenen Jahr mit einer verkauften Wechselrichter-Leistung von rund 8,5 Gigawatt (GW) erneut einen Absatzrekord erzielt. Das entspricht in etwa dem Stromverbrauch Österreichs (8,2 GW). Das Geschäftsjahr 2017 konnte SMA besser als erwartet abschließen und für das laufende Geschäftsjahr bahnt sich weiteres Wachstum an. Davon sollen die Aktionäre profitieren. Sie erhalten 35 Cent (Vorjahr: 26) je Aktie. Insgesamt schüttet SMA damit 12,1 Millionen Euro an seine Anleger aus. Das ist ein Anteil von 40,2 Prozent am Reingewinn von 30,1 Millionen Euro. Darüber hinaus kündigte Urbon an, die Dividendenausschüttung von derzeit 20 bis 40 Prozent auf künftig 30 bis 60 Prozent anzuheben. Entsprechend zufrieden waren die Anleger.

Die Aktionäre

Roland Klose von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) lobte den „weitsichtigen Aufsichtsrat und sein energiegeladenes Team“. Er habe selten gesehen, dass eine Krise wie bei SMA in den Jahren 2013/2014 so reibungslos über die Bühne gegangen sei. „Wir hatten einen kurzen, schnellen Schnitt und konnten dann wieder wie Phönix aus der Asche steigen.“ Das habe das Unternehmen vor allem einer guten Bilanzstruktur und seiner Innovationskraft zu verdanken, so Klose. Sein Kollege Florian Honselmann von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) schloss sich dem Lob an. SMA habe in der Krise mit neuen Produkten und Kooperationen richtig reagiert. Die Anleger seien mit der Dividendenerhöhung sehr zufrieden.

Die Zukunftsstrategie

Um den Aufwärtstrend fortzusetzen, setzt SMA neben seinem Kerngeschäft mit Wechselrichtern, die in Solaranlagen gewonnenen Gleich- in netztauglichen Wechselstrom umwandeln, auf Digitalisierung. Das Unternehmen wird sich auch künftig breiter als Energiedienstleister aufstellen. Besonders groß sei der Bedarf beispielsweise bei Supermärkten, die hohe Energiekosten hätten. SMA könne ihnen helfen, ihre Energienutzung zu erfassen, auszuwerten und zu optimieren, um so Kosten zu sparen, sagte Urbon „Zusätzlich verknüpfen wir den Supermarkt mit den Energiemarktplätzen.“ Der Supermarkt mit eigener Solarstromanlage und Speicher könne so jederzeit Strom für die Netzstabilität zur Verfügung stellen oder an der Strombörse handeln. „Das ist ein renditestarkes Geschäftsmodell“, betonte Urbon. „Wir blicken optimistisch in die Zukunft“, schloss er vor den rund 300 Zuhörern in der Kasseler Stadthalle.

Die Personalentwicklung

SMA setzt darüber hinaus auf eine nachhaltige Personalentwicklung. Das Unternehmen habe 2017 zwei Millionen Euro in die Weiterbildung seiner Mitarbeiter investiert, sagte Urbon. Auch die Nachwuchssicherung habe einen hohen Stellenwert. „Wir bilden derzeit in Kassel/Niestetal in fünf verschiedenen Ausbildungsberufen sowohl im gewerblich-technischen als auch im kaufmännischen Bereich aus.“ Das Unternehmen könne auch zukünftig hochqualifizierte Fachkräfte für sich begeistern, ist der Vorstandssprecher sicher. SMA beschäftigt weltweit mehr als 3000 Mitarbeiter, davon gut zwei Drittel in Kassel und Niestetal. Das Unternehmen ist ein global führender Spezialist für Photovoltaik-Wechselrichter.

Hintergrund: Umsatz von 2017 

2017 erzielte SMA einen Umsatz von 891 Millionen Euro (2016: ca. 947 Millionen Euro) und ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EbitDa) von 97,3 Millionen Euro. Der Rückgang sei im Wesentlichen auf einen starken Nachfrageeinbruch bei solaren Kraftwerken in Nordamerika zurückzuführen, die durch die positive Entwicklung im Asien- und Europageschäft nicht vollständig habe ausgeglichen werden können, erläuterte Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon.

Trotz des Preisverfalls im SMA-Kerngeschäft mit Wechselrichtern prognostizierte er Wachstum für den Niestetaler Solartechnik-Hersteller. Im ersten Quartal 2018 hat das Unternehmen den Umsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal um fünf Prozent auf 183 Millionen Euro gesteigert. Die zweite Jahreshälfte werde voraussichtlich noch stärker, „weil viele solare Großprojekte erst im dritten und vierten Quartal ausgeliefert werden“. SMA sei zuversichtlich, das Jahresziel von 200 Millionen Euro bis 1 Milliarde Euro zu erreichen. Das Unternehmen befindet sich in einem breiten Wandel weg vom reinen Wechselrichter-Produzenten hin zum Komplettanbieter für Solarstrom-Dienstleistungen.

Rubriklistenbild: © Hedler

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