Neuausrichtung des Niestetaler Unternehmens

SMA und Siemens bauen gemeinsam solare Kraftwerke

Niestetal. Der Niestetaler Solartechnik-Hersteller SMA treibt seine Neuausrichtung mit großem Tempo voran und ist am Mittwoch eine wichtige strategische Partnerschaft mit dem Münchner Elektrokonzern Siemens eingegangen.

Zuletzt aktualisiert 10.47 Uhr

Ziel der Zusammenarbeit ist der gemeinsame Bau von solaren Großkraftwerken rund um den Globus. Während SMA die Wechselrichter beisteuert, die den in den Solarmodulen gewonnen Gleich- inWechselstrom wandeln, liefert Siemens die Trafotechnik, um den Strom in Mittel- und Hochspannungsnetze einzuspeisen. So können die Partner künftig individuell auf den Kunden zugeschnittene Komplettangebote machen.

SMA-Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon.

Nach Angaben von SMA-Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon gibt es bereits abgestimmte technische Lösungen für unterschiedliche Kraftwerksgrößen. Siemens baut selbst keine Wechselrichter. Ein weiterer Vorteil der Zusammenarbeit besteht darin, dass SMA und Siemens die Vertriebskanäle des jeweils anderen nutzen können. So werden beide Seiten künftig weltweit als Konsortium anbieten oder jeweils allein Aufträge herein- und dann den Partner mit ins Boot holen.

„Wir schließen mit dieser Partnerschaft eine strategische Lücke, weil uns bisher das Gesamtsystem gefehlt hat“, erklärte Urbon. Dies habe in der Vergangenheit bereits zu Nachteilen geführt.

Wie wichtig das SMA-Geschäft mit solaren Großkraftwerken – im Jargon das so genannte Projektgeschäft – ist, zeigt der Umsatzanteil dieser Sparte: 35 bis 40 Prozent des Umsatzes – 2014 waren es 805 Millionen Euro – entfallen mittlerweile auf diesen globalen Wachstumsmarkt. Denn viele Länder setzen im Gegensatz zu Deutschland weniger auf Hausdachanlagen als viel mehr auf solare Großprojekte.

SMA befindet sich derzeit im Umbruch. Wie berichtet, werden am Unternehmenssitz in den kommenden Wochen und Monaten bis zu 1200 Vollzeitstellen sozialverträglich und ohne betriebsbedingte Kündigungen abgebaut. In diesem Jahr soll das Minus von fast 180 Mio. Euro im Jahr 2014 deutlich reduziert werden. Für das kommende Jahr strebt das Unternehmen eine schwarze Null an, ab 2017 soll wieder Geld verdient werden.

SMA-Aktie geht durch die Decke

Die Aktie des Solartechnik-Herstellers SMA ist am Mittwochmorgen durch die Decke gegangen. Sie legte in der Spitze um gut 24 Prozent auf 22,16 Euro zu und erzielte so den größten Kurssprung seit dem Börsengang vor genau sieben Jahren. Grund ist die Vereinbarung der weitreichenden Zusammenarbeit mit Siemens bei solaren Großkraftwerken, die die Unternehmen am Mittwoch auf der Messe Intersolar in München bekannt gaben.

SMA: Die Geschichte des Unternehmens in Bildern

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