Standort und Jobs sollen bleiben

SMA verkauft Bahntechniksparte an chinesisches Unternehmen

+
Große Netzteile für Schienenfahrzeuge: SMA Railway stellt Bordnetzumrichter für die Bahn her. Unser Archivbild zeigt Rudolf Falk an einem Prüfstand. Foto: Pinto

Niestetal/Kassel. Der Niestetaler Solartechnik-Hersteller SMA hat seine Bahntechniksparte an den chinesischen Zulieferer Beijing Dinghan Technology verkauft.

Das teilte der TecDax-Konzern am Mittwoch mit. Über den Kaufpreis ist Stillschweigen vereinbart worden. Wie berichtet, hatte SMA die Veräußerung bereits vor mehr als einem Jahr eingeleitet. Dinghan stellt Energieversorgungssysteme für Züge her und setzt gut 1500 Mitarbeitern jährlich 205 Millionen Euro um.

Nach Angaben von SMA bleibt das Unternehmen unter der bewährten Geschäftsführung von Alexander Scvhmidt und Dirk Wimmer eigenständig. Sie sind sicher, dass SMA durch die Übernahme gestärkt und der technologische Vorsprung ausgebaut werden kann. Beijing Dinghan halte am Standort und der Belegschaft von aktuell 165 Mitarbeitern fest und verschaffe sich so Zugang zum europäischen Markt. Umgekehrt werde es für SMA Railway leichter, im chinesischen Bahntechnikmarkt – im übrigen der weltweit größte – Fuß zu fassen. 2015 setzte das Unternehmen 20 Mio. Euro um.

SMA Railway stellt so genannte Bordnetzrichter her, die in Zügen Starkstrom aus den Oberleitungen oder aus dem bordeigenen Generator für verschiedene Zwecke heruntertransformiert – etwa für Klimageräte, Küchen oder Laptops und Smartphones.

Der jetzige Verkauf peppt die Quartalszahlen von SMA auf. Nach vorläufigen Berechnungen liegt der Umsatz im für Solartechnik traditionell schwachen Winterquartal bei 165 bis 175 Mio. Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll sich bei 15 bis 18 Mio. Euro einpendeln. Unterm Strich dürfte aber nur ein kleines Plus oder sogar ein Minus stehen.

Die Niestetaler legen am heutigen Donnerstag ihre endgültigen 2016er-Zahlen vor und geben einen Ausblick auf das laufende Jahr. Bereits im Januar waren ein Umsatz von 940 Mio. Euro sowie ein Vorsteuerergebnis von 65 Mio. Euro kommuniziert worden. Zunächst war ein Ebit von 80 bis 120 Mio. Euro erwartet worden. Dass es nun deutlich weniger geworden ist, geht auf den massiven Preisverfall für Solartechnik in den USA zurück, wo die Preise binnen Jahresfrist um 30 Prozent einbrachen.

SMA-Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon hatte die Anleger bereits im Januar auf ein weiteres schwieriges Geschäftsjahr eingestimmt. Erst 2018 rechnet er wieder mit deutlich bessere Ergebnissen. Für das laufende Jahr wird ein Umsatz von 830 bis 900 Mio. Euro sowie ein Vorsteuerergebnis zwischen null und 30 Mio. Euro erwartet. SMA beschäftigt sweltweit mehr als 3000 Mitarbeiter, davon zwei Drittel in Nordhessen.

Lesen Sie auch:

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.