Erwartungen heraufgeschraubt

Solarspezialist SMA setzt auf volle Auftragsbücher

Das Geschäft belebt sich: Die Auftragsbücher von SMA sind gut gefüllt. Archivfoto: Fischer

Niestetal. Das Geschäft des Solarspezialisten SMA Technology AG aus Niestetal (Kreis Kassel) ist in den vergangenen drei Monaten zunehmend in Fahrt gekommen, bleibt aber hinter den Vorjahreswerten zurück.

Trotzdem hat das Unternehmen vor kurzem seine Erwartungen an das Gesamtjahr heraufgeschraubt. Der Grund: Die Auftragsbücher sind gut gefüllt. SMA stellt Wechselrichter her, die den Gleichstrom aus Fotovoltaik-Anlagen in netztauglichen Wechselstrom umwandeln.

Gewinnspanne schrumpft

Im ersten Halbjahr setzte der Konzern nach seinen gestern vorgelegten Zahlen 381,1 Millionen Euro um, fast 100 Millionen weniger als vor Jahresfrist. Der Preisverfall quer durch die Branche und ihre Märkte hat auch die Nordhessen nicht verschont. Das hinterlässt Bremsspuren in der Bilanz: Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) verdiente SMA zur Halbzeit 2017 noch 29 Millionen Euro, 59 Prozent weniger als vor Jahresfrist. Die Gewinnspanne schrumpfte ebenfalls. Nur 7,6 Prozent des Umsatzes blieben als Ebitda übrig. Vor Jahresfrist war es fast das Doppelte. Unterm Strich verdiente SMA im ersten Halbjahr 8,8 Millionen Euro, 55 Prozent weniger als im Vorjahresvergleich.

SMA in Zahlen (Quelle: SMA)

1. Halbjahr

2016

2017

Umsatz

482,3 Mio. Euro

381,1 Mio. Euro

Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda)

71,2 Mio. Euro

29 Mio.

Überschuss

19,4 Mio. Euro

8,8 Mio Euro

Investitionen

11,6 Mio. Euro

14,8 Mio. Euro

Mitarbeiter

3339

3130

Im Gesamtjahr will SMA einen Umsatz von 900 bis 950 Millionen Euro einsammeln. Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon verweist auf einen Auftragsbestand, der schon Ende Juni bei 673 Millionen Euro lag. Allein 280 Millionen Euro davon sollen die SMA-Produkte einbringen, was bedeutet, dass die Nachfrage kräftig anzog. Das hilft auch der Gewinnmarge auf die Sprünge, denn je mehr produziert wird, desto niedriger sind die Kosten pro Stück.

Nachfrage steigt

Pierre-Pascal Urbon

Zudem haben sich die Aussichten für die nächsten Jahre verbessert, sagt Urbon. Die Nachfrage steigt, was nicht zuletzt am Fotovoltaik-Ausbau in China liege. In dem Land, dessen Solarindustrie der europäischen Konkurrent mit Niedrigpreisen einheizt, werden mehr und mehr auch kleinere Anlagen gebaut, und von diesem Geschäft will auch SMA profitieren. Die Nordhessen sind mit ihrer Tochter Zeversolar vor Ort vertreten. Das als Restrukturierungsfall gekaufte Unternehmen hat sich gemausert und liefert laut Urbon einen Gewinnbeitrag bei der Mutter ab. Doch „das Wohl von SMA hängt nicht von China ab“, betont der Vorstandssprecher. SMA sei breit aufgestellt. Ein Wertetreiber seien komplexere Anlagen.

An der Zahl der Beschäftigten am Stammsitz Niestetal soll sich nach Worten Urbons nichts ändern. In Nordhessen arbeiten rund 2000 der weltweit gut 3000 SMA-Mitarbeiter. Hinzu kommen 613 Leiharbeiter.

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