Drei Radler aus der Region nehmen an Fahrrad-Abenteuer-Tour „Candy B Gravellers“ teil

Spenden-Radtour von Frankfurt nach Berlin: 650 Kilometer in vier Tagen

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Will mit dem Rad 650 Kilometer in vier Tagen fahren: Der Maschinenbau-Ingenieur Mario Schön aus Niestetal nimmt an der Spenden-Radtour „Candy B Gravellers“ teil. Die Route führt von Frankfurt nach Berlin entlang der Berliner Luftbrücke. Hier ist Mario Schön beim Start am Luftbrückendenkmal in Frankfurt/Main im vergangenen Jahr zu sehen.

Niestetal/Frankfurt/Berlin. Drei Radler aus der Region nehmen ab Donnerstag an einer Spenden-Tour entlang des Flugkorridors der Berliner Luftbrücke teil. Die 650-Kilometer-lange Strecke führt von Frankfurt nach Berlin.

650 Kilometer auf Wald- und Wiesenwegen entlang des Flugkorridors der Berliner Luftbrücke – und das alles mit dem Fahrrad innerhalb von vier Tagen: Diesen ambitionierten Plan hat Mario Schön aus Niestetal. Der 51-Jährige startet heute zusammen mit Hans-Jürgen Renner aus Fuldatal und Dirk Seger aus Kassel von Frankfurt aus in Richtung Berlin. Das Trio – allesamt Fahrradfans und Mitglieder der Radsportgruppe SG-Stern Kassel – nimmt an der Fahrrad-Abenteuer-Tour „Candy B Gravellers“ teil.

Die Ausfahrt hat einen geschichtlichen Hintergrund: Wie der „Candy Bomber“ Gail Halvorsen – jener legendäre US-Pilot, der beim Landeanflug Süßigkeiten an Minifallschirmen abwarf –, werden die Teilnehmer dieser Radtour ein Care-Paket bis zum Tempelhofer Feld in Berlin transportieren. Die Pakete, unter anderem mit Spielen, Torwarthandschuhen und Fußbällen gefüllt, kommen der Kinderhilfe Arche zugute. Die Mädchen und Jungen haben eine digitale Wunschliste erstellt, die Fahrer konnten sich daraus Spielsachen aussuchen. Dank wasserdichter Transportbeutel kommt der Inhalt sicher in Berlin an.

Fahrradroute

Radfahrer aus Deutschland, Holland, Österreich und den USA nehmen an der Ausfahrt teil. 70 an der Zahl sind es und diese Anzahl hat einen symbolischen Wert: Am 24. Juni ist es 70 Jahre her, dass die Luftbrücke eingerichtet wurde. Gefahren wird bei der Tour eigenverantwortlich im „Selbstversorgermodus“: Begleitfahrzeuge sind ebenso nicht zulässig wie eine Vorausbuchung von Unterkünften. „Jeder ist auf sich allein gestellt, fährt, pausiert und schläft nach eigenem Ermessen“, erklärt Initiator Gunnar Fehlau. Fünf Stunden Pause zwischen 21 und 9 Uhr sind allerdings Pflicht. Laut Fehlau benötigen die Fahrer zwischen 50 Stunden und einer Woche für die Strecke.

Symbolische Aktion

Erlebnis statt Ergebnis lautet das Motto der Sportveranstaltung, die im vergangenen Jahr zum ersten Mal stattfand. „Wichtig ist die Freude an der Tour, die körperliche Herausforderung und die Symbolik der Aktion. Eine Rangliste gibt es nicht“, so Fehlau.

Unterwegs ist Mario Schön mit seinem Gravel-Bike, einer Art Rennrad mit dickeren Reifen und hohem Fahrkomfort. Die größte Herausforderung sieht der zweifache Vater im Untergrund: „Auf der Straße ließe sich die Strecke wohl in der Hälfte der Zeit absolvieren. Aber im Schotter, auf Wald- und Wiesenwegen ist ein zügiges Vorankommen nicht möglich. Man hat ständig das Gefühl, nicht vom Fleck zu kommen.“

Wer wisse möchte, wie sich das Trio aus Nordhessen auf der Strecke schlägt, klickt hier

Stichwort: Berliner Luftbrücke 

Die Berliner Luftbrücke gilt als die größte humanitäre Luftoperation aller Zeiten. Als kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs der Kalte Krieg zwischen Ost und West heraufzog, schloss die Sowjetunion die Grenzen zu West-Berlin und schnitt die 2,2 Millionen-Einwohner-Stadt von der Zufuhr aus dem Umland ab. Die Westalliierten übernahmen dann von Juni 1948 bis September 1949 die Versorgung aus der Luft. Am 16. April 1949 wurde mit 1398 Flügen innerhalb von 24 Stunden 12 849 Tonnen Fracht ein Rekord zur Rettung Tausender aufgestellt. Insgesamt gab es 277 569 Versorgungsflüge mit denen 2,11 Millionen Tonnen Fracht nach Berlin gebracht wurden, davon 1,44 Millionen Tonnen Kohle, 490 000 Tonnen Nahrungsmittel und 160 000 Tonnen Baustoffe zum Ausbau der Flughäfen.

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