Vermeintliche Rauschwirkung

Strauchdiebe wollen Rausch: Hortensien mit Stacheldraht gesichert

Niestetal. Blühen sollen sie und hoch hinauswachsen - doch immer wieder werden sie jäh an den Trieben abgeschnitten: Die Hortensien im Vorgarten von Kerstin und Hans Funk in Sandershausen. Jetzt versuchen die Funks, ihre Blumen mit Stacheldraht zu schützen.

„Eigentlich wollte ich keinen Stacheldraht. Ich wollte ja Strom nehmen“, sagt Kerstin Funk dazu.

Als sie aber vor zwei Wochen von der Arbeit kam, war ihr Mann schon dabei, die Stacheldrahtvorrichtung zu installieren. „Ich habe den Draht kurzerhand aufgebaut, es hat keine 30 Minuten gedauert“, sagt Heinz Funk. Eine Weidebatterie, wie von seiner Frau vorgeschlagen, habe er nicht nehmen können. „Da kriegt der Dieb ganz schön einen gewedelt“, erklärt er. „Und meine Frau käme in Teufels Küche.“

Abgeschnitten: Kerstin Funk zeigt auf einen der Triebe, den Unbekannte entwendet haben.

Über die Gründe des Hortensienklaus hat Kerstin Funk lange gerätselt. „Erst dachte ich, die brauchen die Blumen als Deko“, sagt sie. Schließlich seien die Blüten auch im Verblühen noch lange schön. Doch dann habe sie in der Zeitung gelesen, wozu die Blüten zusätzlich gebraucht werden können. „Angeblich soll man mit den Hortensien Drogen machen können“, ergänzt ihr Mann. „Ich weiß aber nicht, was für ein Zeug das ist.“

Seit 15 Jahren wachsen die Hortensien nun im Vorgarten der Funks, immer wieder werden in der Winterzeit von Fremden die Triebe der Blumen abgeschnitten. „Das sieht unförmig aus, die Pflanzen verlieren an Fülle“, klagt Kerstin Funk. Dabei würde sie die Pflanzen am liebsten zu einer Hecke hochwachsen lassen.

Der Stacheldraht soll nun eine Hemmschwelle für Diebe sein. „Jetzt hoffen wir, dass der Stacheldraht abschreckende Wirkung hat. Wir wussten uns einfach nicht mehr anders zu helfen“, sagt Hans Funk. Man wisse nicht, ob die Diebe tags oder nachts kommen.

„Auf dem Weg zur Arbeit hat man andere Dinge im Kopf als Hortensien“, ergänzt seine Frau. „Aber wenn man heimkommt, fällt es einem sofort ins Auge, wenn die Blumen verstümmelt wurden“, so die 49-Jährige.

Videokamera installieren 

„Wenn der Draht nicht wirkt, dann müssen wir die Pflanzen besser ausleuchten, damit sich keiner mehr herantraut“, meint ihr Mann. Oder sie müssten eine Videokamera installieren.

„Der letzte Schritt wäre dann wohl Panzerdraht“, sagte der 59-Jährige augenzwinkernd. „Oder eben doch Strom“, ergänzt seine Frau. Es müsse ja nicht gleich eine Weidebatterie sein.

Von Frank Brauner

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