Stau-Chaos nach A7-Sperrung: Keine Hinweise auf neue Ausweichroute

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Alle müssen von der Autobahn: Sämtliche Fahrzeuge wurden bei Niestetal in Richtung des Ortsteils Sandershausen von der A 7 geleitet. Die neue Alternativroute über das Gewerbegebiet Sandershäuser Berg war offiziell nicht vorgesehen.

Niestetal/Kassel. In Sandershausen gibt es mit der Südanbindung des Sandershäuser Bergs eine neue Straße, die demnächst als Umleitungsstrecke für die A7 ausgewiesen werden soll.

Beim Stau-Chaos zum Wochenbeginn an der A7 wurde die Alternativ-Umleitung aber kaum genutzt, es war auch nicht aus sie hingewiesen worden.

Am Ende dauerte das Chaos fast 29 Stunden. So lange mussten Anwohner und Geschäftsleute entlang der Hannoverschen Straße in Sandershausen am Montag und Dienstag den Lärm und Gestank von Tausenden Personen- und Lastwagen ertragen. Grund dafür war die Sperrung der Autobahn 7 in Fahrtrichtung Norden nach dem Brand eines Abschleppwagens bei Lutterberg. Erst in der Nacht zum Mittwoch war die Autobahn wieder uneingeschränkt befahrbar.

Dabei hätte das Chaos in Sandershausen nicht diese Ausmaße annehmen müssen. Denn eine Alternative zu der offiziellen Umleitungsstrecke von Kassel-Nord über die Dresdener Straße in Kassel nach Sandershausen und weiter in Richtung Landwehrhagen gibt es, und zwar die Südanbindung des Gewerbegebiets Sandershäuser Berg.

Doch während die Autos über die mit Schlaglöchern übersäte Hannoversche Straße schlichen und immer wieder zum Stehen kamen, herrschte zwischen dem neuen Kreisel am Ortsrand von Heiligenrode und der parallel zur A7 verlaufenden Hermann-Scheer-Straße weitgehend Leere.

Der Grund: Autofahrer wurden nicht auf diese Ausweichmöglichkeit aufmerksam gemacht, zumindest zeitweise war die Abfahrt nach Heiligenrode nach Zeugenaussagen sogar gesperrt.

Und das, obwohl die Strecke Ende September als Ausweichroute während der Sanierung der Ortsdurchfahrt von Sandershausen ausgeschildert wird, wie Sandra Fleck, Leiterin des Niestetaler Ordnungsamts, auf HNA-Anfrage bestätigte. Später soll die gut ausgebaute Straße samt Turbo-Kreisel dann offizielle A 7-Umleitungsstrecke werden. Dies sei „der ausdrückliche Wunsch der Gemeinde, um die Ortsdurchfahrt Sandershausen zu entlasten“, sagte Fleck. Bei Hessen Mobil will man von einer Sperrung der Ausfahrt nach Heiligenrode nichts wissen. „Es gab offiziell keine Sperrung“, sagte Behördensprecher Horst Sinemus am Mittwoch auf HNA-Anfrage. Er selbst habe die Stelle gegen 10.30 Uhr passiert, „da konnte man durchfahren“. Allenfalls könne es vorübergehend zu einer Sperrung gekommen sein.

Laut Polizei war die Ausfahrt die ganze Zeit über befahrbar. Lediglich die Auffahrt auf die A7 sei gesperrt gewesen, sagte Sprecher Wolfgang Jungnitsch. Er verwies darauf, dass die Polizei für den Verlauf der Umleitungsstrecke nicht zuständig sei und diese auch nicht eigenmächtig ändern könne.

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