Reaktionen und Stimmen

Stellenstreichungen bei SMA: Angestellte zeigen sich betroffen

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Dunkle Wolken über SMA: Viele Angestellte reagieren betroffen und resigniert.

Kassel/Niestetal. „Haben Sie bei der HNA einen Job für mich? Ich mach alles – außer Putzen“, sagt eine Angestellte und lacht dabei. Galgenhumor vor den Werkstoren von SMA. Das Unternehmen trennt sich von 800 festen Mitarbeitern - wir haben uns unter den Menschen umgehört.

Ob sie selbst wirklich entlassen wird, weiß die Frau noch nicht. „Aber man schaut sich schon mal um.“ Die Stimmung auf dem Werksgelände am Donnerstagmittag ist ansonsten verhalten. Nur wenige Angestellte wollen mit der Zeitung sprechen. „Sie verstehen doch, wie’s uns geht“, sagt eine Frau im Vorbeigehen. Keiner will seinen Namen nennen oder sich fotografieren lassen. Eines wird dennoch deutlich: Die Angestellten spüren, dass bei ihrem Arbeitgeber ein Umbruch bevorsteht.

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„Die Kürzung der Solar-Förderung und die wachsende Konkurrenz aus China – die Kündigungen kamen nicht überraschend“, sagt ein junger Auszubildender, der mit drei Kollegen auf dem Gelände unterwegs ist. „Die Politiker wollen grüne Energie und kürzen gleichzeitig die Förderung - das passt nicht zusammen“, pflichtet ihm einer seiner Begleiter bei. Dennoch habe das Geld, was seitens der Politik in die Branche gepumpt wurde, auch seine Schattenseiten. Es wurde zu schnell und zu viel gefördert. Firmen wie SMA seien von der Förderung abhängig geworden, sind sich die jungen Kollegen einig. Um ihren Ausbildungsplatz müssen sie sich wohl keine Sorgen machen. Was die Arbeitswelt danach für sie bereithält, ist unklar.

Fotos: SMA - eine Unternehmensgeschichte in Bildern

SMA: Die Geschichte des Unternehmens in Bildern

Traurige Gewissheit hat ein Mann Mitte 20, der über den Besucherparkplatz zu seinem Auto geht. Auf die Frage, ob er bei SMA arbeite, sagt er schlicht „nicht mehr lange“. Am Mittwoch habe er von seiner Kündigung erfahren. Auch für ihn trägt die Politik eine Mitschuld an der Situation des Niestetaler Solarkonzerns. „Die Förderung der erneuerbaren Energien hätte weitergehen müssen“, sagt er und steigt in sein Auto. (jal)

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