13 Hektar am Sandershäuser Berg

Stillstand: SMA soll riesige Brache verkaufen

Niestetal. Auf 13 Hektar - die Fläche entspricht etwa 18 Fußballfeldern - wollte der Solartechnikhersteller SMA im neuen Gewerbegebiet Sandershäuser Berg eine weitere Produktionsstätte errichten - und zwar in der Nachbarschaft seines 2012 in Betrieb genommenen Servicecenters. Daraus wurde nichts.

Wegen seiner wirtschaftlichen Probleme legte das Unternehmen, das im ersten Quartal 2013 erstmals rote Zahlen schrieb, die Baupläne für das Solarwerk auf Eis. Seither liegt das aufwendig begradigte und voll erschlossene Gelände brach.

Das kann eigentlich nicht sein, meint die Niestetaler CDU und meldet sich in der laufenden Haushaltsdebatte mit einem Vorschlag zu Wort. Fraktionschef Erich Schaumburg hält es für sinnvoll, dass SMA das Grundstück veräußert, damit sich dort ein oder mehrere andere Unternehmen ansiedeln können.

Im Gegenzug soll die Gemeinde laut CDU dem Wechselrichterhersteller eine Option auf ein Grundstück nördlich des Servicecenters an der Autobahn 7 einräumen. Dieser Bereich wäre Teil eines erweiterten, interkommunalen Gewerbegebiets.

Baurecht gibt es dort heute noch nicht. „Es gibt genügend Anfragen von Interessenten“, weiß Fraktionschef Schaumburg. Die Gemeinde müsse sich angesichts eines Millionendefizits im 2013er-Etat um zusätzliche Einnahmen bemühen.

Dabei denkt der Christdemokrat vor allen an die Gewerbesteuer. Er will, dass von den 13 Millionen Euro, die die Erschließung des Sandershäuser Berges gekostet hat, eine erkleckliche Summe an die Gemeinde zurückfließt.

Bei SMA äußert man sich inhaltlich zu dem CDU-Vorschlag nicht. Man kommentiere die aktuellen politischen Diskussionen im Gemeindeparlament zum Sandershäuser Berg nicht, sagte Unternehmenssprecherin Susanne Henkel auf HNA-Anfrage. Darüber hinaus werde sich SMA auch nicht zu seiner „internen Geschäftspolitik bezüglich des Sandershäuser Bergs“ äußern.

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Im November 2012 hatte Henkel gegenüber dieser Zeitung erklärt, dass das Unternehmen keinen Verkauf von Grundstücken plane. Im Niestetaler Rathaus äußert man sich zurückhaltend zu der CDU-Idee. „Die Gemeinde hat hier keine Einflussmöglichkeiten“, erklärte Rathaussprecher Dennis Bachmann, „das Gelände ist Eigentum von SMA.“ Und: „Es steht uns nicht zu, hier etwas zu fordern.“

Weil es bislang lediglich Überlegungen für ein erweitertes Gewerbegebiet, aber keinen Bebauungsplan gebe, könne man SMA auch keine Kaufoption für ein Grundstück einräumen. Laut Bachmann laufen zwischen Interessenten und der Hessischen Landgesellschaft als Vermarkterin zurzeit Verhandlungen über den Verkauf eines gut drei Hektar großen Areals am Südrand des Gewerbegebiets.

Von Peter Ketteritzsch

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