Zu wenig Beteiligung

Streit um das Kita-Sommerfest in Niestetal: Brief an die Leitung

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Hier sind sich nicht alle einig: Wegen fehlenden Engagements von Elternseite wurde das Sommerfest kurzfristig abgesagt und findet nun als Picknick statt. 

Niestetal. Der Vater eines Kindes, das in den Kindergarten am Park in Niestetal geht, kritisiert die Leitung der Institution scharf. Die Erzieher hatten kurzfristig das Sommerfest abgesagt.

Der Vater spricht in einem Brief von "impertinenter Sturheit".

Feiert der Kindergarten am Park in Niestetal ein Sommerfest oder nicht? Bis kurz vor Samstag, wo das Fest für Kinder, Eltern und Erzieher stattfinden sollte, entwickelte sich ein Streit um diese Frage. Weil sich nicht genügend Eltern beteiligten, wurde das Sommerfest von der Leitung kurzfristig abgesagt – Anlass für den Vater eines Kindergartenkindes, sich per Brief an Einrichtung, Gemeinde und HNA zu wenden.

Mit Erfolg: Das Fest findet nun statt – allerdings von den Eltern organisiert, berichtet der Niestetaler auf Nachfrage der HNA. In dem Brief dokumentiert der Mann die Auseinandersetzung, fordert sogar personalrechtliche Konsequenzen in Form einer Abmahnung und prangert einen „Mangel an organisatorischen Sachverstand“ und „impertinente Sturheit“ der Kindergartenleiterin an. Die Forderung eines Rücktritts nimmt er auf telefonische Nachfrage der HNA zurück.

Statt, wie ursprünglich geplant und seit Jahren üblich, gebe es aber keine Verkaufsstände für Essen und Getränke. Die waren überhaupt der Grund für den Streit zwischen Kindergarten und Eltern. Es seien drei Stände geplant gewesen für Kaffee, Kuchen und Bratwürste, die von den Eltern schichtenweise hätten betreut werden sollen, schildert der Mann in seinem Brief. 

Um die halbstündigen Schichten zu übernehmen, hätten sich aber nicht genügend Eltern gefunden – als Konsequenz habe der Kindergarten das Fest abgesagt. Aus Sicht des Vaters hätte man die Schichten gar nicht belegen können, da sich von etwa 85 Eltern nur ein Bruchteil engagiere.

Die Leitung habe sich dazu entschlossen, nicht nur die Kinder, sondern auch die Eltern erziehen zu wollen, heißt es in dem Brief des Vaters. „Dies ist nicht hinzunehmen und dient nicht der langfristigen, gesunden Zusammenarbeit der Elternschaft“, so der Mann, der nach eigenen Angaben selbst einmal die Einrichtung besuchte.

Bevor der Kindergarten zurückgerudert ist und seine Räumlichkeiten zur Verfügung stellte, hatten sich die Eltern eine Alternative überlegt: Die Feier sollte als einfaches Picknick auf dem Schulhof der gegenüberliegenden Astrid-Lindgren-Schule stattfinden. 

Die Lösung ist jetzt ein Kompromiss: Statt Stände gebe es ein Picknick. Und das geplante Programm, darunter etwa eine Aufführung der künftigen Erstklässler, finde dennoch statt, bestätigt Heike Pflüger, Sprecherin der Gemeinde, auf Nachfrage. Die Leiterin der Betreuungseinrichtung, Gabriela Lorenz, hält sich bedeckt. Sie wolle zu den Vorwürfen keine Stellungnahme abgeben, sagte sie auf Nachfrage unserer Zeitung. 

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