Brunnen aus dem Jahr 1960

Tiefbrunnen in Niestetal wird erneuert

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Überzeugen sich selbst von der Wasserqualität: Christoph Brückmann (von links), stellv. Technischer Betriebsleiter Claus Mattersberger und Rolf Grimm von den Gemeindewerken Niestetal.

Niestetal. Für uns ist es zur Selbstverständlichkeit geworden: Einfach den Hahn aufdrehen – und frisches Trinkwasser kommt aus der Leitung. Gedanken darüber, woher das Wasser kommt und was alles damit zusammenhängt, machen sich die Wenigsten.

Aber auch Tiefbrunnen, aus denen die Wassermassen nach oben gefördert werden, kommen in die Jahre. „Wir haben 2016 bei Messungen festgestellt, dass das Wasser aus dem Tiefbrunnen am Heiligenröder Schützenhaus ungewöhnlich hohe Trübungen aufweist“, erklärt Claus Mattersberger von den Gemeindewerken Niestetal.

Brunnen von 1960

Entstanden ist der Brunnen bereits 1960. „Genauere Untersuchungen ergaben dann, dass der Brunnenfilter starke Ablagerungen aufwies, die sich auch nicht durch gewöhnliche Reinigungsverfahren entfernen ließen“, führt Mattersberger weiter aus. Die Gemeindewerke Niestetal entschlossen sich daher zu einer Grundsanierung des Tiefbrunnens, um die einwandfreie Qualität des Trinkwassers zu gewährleisten.

Baukosten eingehalten

Die Baukosten wurden mit 300 000 Euro kalkuliert und können eingehalten werden.

Los ging es im April diesen Jahres. Um in die Tiefe zu kommen, wurde eine spezielle Firma beauftragt, die mit ihrem riesigen Bohrfahrzeug jetzt das Gelände beherrscht.

Tiefbraunes Schmutzwasser: So sieht das geförderte Wasser aus, bis am Ende klares Grundwasser zutage tritt.

Zunächst mussten die Filterverrohrung sowie der eingebaute Filterkies geborgen werden. Das ging nur in kleinen Schritten. Nachfallender Stein, Sand und Kies erschwerten die Arbeiten zusätzlich. Alles musste raus, bis das Loch letztlich nur aus nacktem Fels bestand.

Im Juni konnte man beginnen, neue Filterrohre aus Edelstahl einzusetzen und mit Filterkies zu hinterfüllen. Nach dem Einlassen einer sogenannten „Mammutpumpe“ wird derzeit in Schritten von 1,5 Metern die Pumpe aus einer Tiefe von 124 Metern bis auf eine Höhe von 58 Metern nach oben gezogen und der Brunnen entsandet.

Tiefbraunes Schmutzwasser wird zunächst an die Oberfläche gepumpt bis am Ende klares Grundwasser zutage tritt. Diese Arbeiten werden noch etwa zwei Wochen Zeit in Anspruch nehmen. Danach erfolgten im oberen Bereich des Brunnens der Einbau eines neuen Sperrrohres sowie die Abdichtung des Brunnens gegen den Eintritt von Oberflächenwasser. Anfang September soll die sanierte Anlage wieder in Betrieb gehen.

Die Einwohner von Heiligenrode bekommen davon kaum etwas mit: Sie bekommen ihr Trinkwasser aus anderen Tiefbrunnen. 

Von Lutz Herzog

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