SPD-Frau ist nur noch wenige Tage Abgeordnete und freut sich auf mehr Freizeit

Ulrike Gottschalck: Aus dem Bundestag in den Garten

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Leidenschaftliche Gärtnerin: Ulrike Gottschalck ist bald im Ruhestand und will ihre Zeit für Familie, Haus und Garten einsetzen. 

Niestetal. Gemütlichkeit ist das erste Wort, das einem in den Sinn kommt, wenn man das Zuhause der (Noch)-Bundestagsabgeordneten Ulrike Gottschalck (SPD) betritt.

Ein Kamin wärmt das Wohnzimmer, auf dem Tisch steht Gebäck. Kaffeeduft erfüllt den Raum, von dem aus man einen freien Blick auf den bunten Garten hat.

Haus und Garten kann Gottschalck in Zukunft öfter nutzen, als in den vergangenen zwölf Jahren, die sie im Parlament verbracht hat. Denn ihr Amt als Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Kassel endet offiziell am 24. Oktober – und damit volle Wochen mit oft 60 bis 70 Arbeitsstunden und Monaten, die sie in Berlin statt Nordhessen verbracht hat.

„Ich bin froh, jetzt mehr Zeit zu haben, vor allem für meine Familie.“ Die 61-Jährige hat drei Kinder und sieben Enkel. „Die freuen sich, dass sie nun viele Dinge mit ihren Großeltern unternehmen können.“ Außerdem will die 61-Jährige mehr gärtnern, backen und nähen. „Mir macht alles Spaß, was kreativ ist. Im Garten zum Beispiel habe ich immer irgendein Projekt laufen. Zurzeit arbeite ich an einer Laube in Hexenhausform.“

Trotz der Vorfreude auf den neuen Lebensabschnitt fiel Gottschalck der Abschied von ihren Kollegen in Berlin nicht leicht. Ganz im Gegenteil: „Im Haushaltsausschuss haben wir eng zusammengearbeitet und ein fast freundschaftliches Verhältnis zueinander gehabt. Das wird mir sehr fehlen.“ Auf andere Dinge, wie bestimmte Rituale im Bundestag, könne sie dagegen gut verzichten.

Ein politischer Mensch bleibt Gottschalck aber auch in Zukunft, wie sie sagt. „Ich mache weiter, zum Beispiel auch als stellvertretende Fraktionsvorsitzende im Kreistag.“ Auch ehrenamtliche Tätigkeiten will sie nicht aufgeben. „Ansonsten genieße ich meine Freizeit und Freiheit.“

Ebenfalls neu für Gottschalck ist, dass sie in Zukunft mehr Zeit mit ihrem Ehemann verbringen wird. „Wir sind nun zusammen im Ruhestand. Da muss man sich erst mal drauf einstellen und einen Rhythmus finden. Aber bisher klappt das alles.“ Zurzeit befinde sie sich in einer Übergangsphase. „Es fühlt sich noch nach Urlaub an.“

Dass sich das bald ändern wird, steht fest. Gottschalcks Wohnung und Büro in Berlin sind geräumt und an Nachfolger Timon Gremmels übergeben. „Man sollte gehen, wenn man das noch selbst entscheiden kann“, sagt sie.

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