Naturfotograf beobachtet Storchenpaar seit vielen Jahren

Viel los im Storchen-Horst: Erstmals gab es in diesem Jahr vier Jungtiere in Sandershausen

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Erfolgreiches Brutjahr: Erstmals seit 2012 zogen die Sandershäuser Störche vier Jungtiere auf. Nachdem der Nachwuchs schon Anfang August Niestetal verlassen hatte, sind in der vergangenen Woche auch die Eltern in Richtung Süden aufgebrochen.

Kreis Kassel. 13 Jungstörche sind in diesem Jahr im Landkreis Kassel aufgewachsen. Erstmals gab es zwei Storchenpaare im Altkreis Wolfhagen. Die Sandershäuser Störche – übrigens nach wie vor das einzige Brutpaar im Raum Kassel – hatten 2018 ein sehr erfolgreiches Jahr:

Vier Jungstörche hat das Paar dieses Mal großgezogen, „so viele waren es noch nie in den vergangenen sechs Jahren“, sagt Naturfotograf Johannes Brenner, der das Paar seit Jahren beobachtet. Bisher waren immer nur zwei bis drei Junge im Horst. Allerdings habe es in diesem Jahr auch dramatische Situationen gegeben.

„Ein Kälteeinbruch und Nahrungsknappheit im Februar und März hatte den Vögeln zu schaffen gemacht. Auch die Verletzung des männlichen Altstorchs zu Beginn der Sommerferien stellte für die Jungtiere eine gefährliche Situation dar, weil der Altstorch kaum noch in der Lage dazu war, Nahrung zu beschaffen.

„Jetzt kann man nur hoffen, dass die Störche auch im nächsten Jahr wieder den Weg zum Sandershäuser Storchennest finden“, sagt Brenner. Vielleicht kommt auch noch ein zweites Paar. Denn schon seit 2016 steht ein zweiter Nistmast in der Nieste-Aue gegenüber dem Rathaus. Seit drei Brutjahren ist diese Nistmöglichkeit von Storchen also noch nicht genutzt worden – was aber nichts heißen muss. Der Nistmast des jetzigen Paares an der Niestemündung in die Fulda wurde 2008 aufgestellt – und stand auch erst einmal vier Jahre leer.

Bei Wolfhagen brütet seit Jahren das von den HNA-Lesern getaufte Paar Hänsel und Gretel im Naturschutzgebiet Glockenborn. Ein zweites Paar nahm den Horst auf der Naturschutzfläche bei Wenigenhasungen an. Insgesamt zogen die beiden Paare jeweils drei Jungen auf. Ein mühseliges Geschäft: Aufgrund der Dürre war die Nahrung knapp. „Die Störche mussten weit fliegen um Futter zu finden“, sagt Stephn Schmidt von der Stadt Wolfhagen, der das Naturschutzgebiet betreut. Zeitweise waren die Kleinen sehr dünn. Inzwischen haben sich alle Jungstörche auf den Weg Richtung Süden gemacht, nur noch die Alttiere sind da.

Der Altkreis Hofgeismar hat in diesem Jahr eine traurige Bilanz vorzuweisen. Nur die Störche in Deisel haben nach Auskunft von Yvonne Berger (Naturschutzbund) erfolgreich gebrütet und drei Junge aufgezogen.

Der auf den Namen Karlchen getaufte Storchenmann in Sielen hatte durch einen Unfall sein Bein verloren. Das Paar versuchte dennoch weiter zu brüten, Karlchen konnte sich jedoch nicht mehr auf die Eier setzen und das Weibchen schaffte es nicht allein. Beide sind verschwunden. Die Horste in Wülmersen, Veckerhagen und Lippoldsberg blieben leer. In Lippoldsberg hatte sich zu Beginn der Saison ein Storchenpaar eingefunden, war aber nach Auskunft von Yvonne Berger wieder verschwunden.

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