Lehre zum Elektroniker 

Vier Flüchtlinge haben bei SMA in Niestetal eine Ausbildung begonnen

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Löten, messen, programmieren: Ahmad Wasim Al Zabdi (von links), Somar Wahbi, Hedayat Tajik und Mehdi Salehzadeh freuen sich auf ihre Ausbildung. 

Niestetal. Diese vier jungen Männer verbindet eine besondere Geschichte: Somar Wahbi und Ahmad Wasim Al Zabdi aus Syrien, Hedayat Tajik aus Afghanistan und Mehdi Salehzadeh aus dem Iran flohen aus ihrer Heimat und mussten sich in Deutschland eine neue Existenz aufbauen.

Jetzt haben Sie eine Ausbildung zum Elektroniker bei dem Niestetaler Solartechnik-Hersteller SMA begonnnen.

„Ich war in Syrien selbstständig und habe im Bereich IT und Mobilfunk gearbeitet, bevor ich 2012, zu Beginn des Syrienkrieges, meine Heimat verlassen musste“, sagt Ahmad Wasim Al Zabdi. Über Aufenthalte im Libanon und Saudi-Arabien kam er 2015 nach Deutschland.

„Die Ausbilder sind sehr nett und es wird geduzt, das kenne ich aus meiner Heimat nicht“, sagt der 27-Jährige. Dort gebe es viel mehr Hierarchien und Begrüßungsformen. Mittlerweile hat er mit seiner Familie in Baunatal Fuß gefasst und freut sich auf seinen neuen Ausbildungsplatz. Hedayat Tajik aus Afghanistan hat innerhalb eines Jahres seinen Hauptschulabschluss beim Diakonischen Werk Kassel mit der Note 1,4 nachgeholt. Zurzeit wohnt der 20-Jährige in der Flüchtlingsunterkunft in Baunatal-Hertingshausen. „Ich hoffe, dass ich bald eine eigene Wohnung habe“, so Tajik. „Mein größtes Hindernis auf dem Weg zur Ausbildung war vor allen Dingen die Sprache.“ Dieser Herausforderung hat sich der Afghane in den vergangen Monaten gestellt und an der Volkshochschule Region Kassel Deutsch gelernt.

Mehdi Salehzadeh aus dem Iran ist die Aufregung nach dem Ausbildungsbeginn noch anzumerken. „Ich bin schon ein bisschen aufgeregt wegen der Berufsschule“, sagt der 28-Jährige. „Im Iran hatten wir zwar immer viel Praxis, aber die theoretischen Hintergründe im Bereich Mathematik und Elektronik haben uns gefehlt“, so Salehzadeh. Zurzeit wohnt der 28-Jährige in Niestetal. Vor seiner Flucht hatte er Wirtschaftsingenieurwesen studiert.

Die Ausbildung zum sogenannten Elektroniker für Geräte und Systeme dauert dreieinhalb Jahre. „Wir bieten den Auszubildenden eigenverantwortliches Arbeiten, das Mitwirken in Projekten sowie umfangreiche Einblicke in die einzelnen Abteilungen“, so Kristina Beer, Ausbildungsleiterin bei SMA. „Wir freuen uns, das wir mit Ahmad, Somar, Hedayat und Mehdi vier junge Menschen gewinnen konnten, die zu unserem Konzept, der Integration in den Arbeitsmarkt, passen.“

Die Vier freuen sich auf die neue Herausforderung, auch in Hinblick auf die Möglichkeiten, die sich durch die Ausbildung ergeben. Der Weg ist steinig, aber das Ziel für die Flüchtlinge zum Greifen nah: ein Berufsabschluss in Deutschland.

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