Warten auf Baubeginn

Wann geht’s los mit dem Bau des Niestetaler Hallenbades?

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Neubau an der Autobahn: Unweit der A7-Anschlussstelle Kassel-Nord soll das neue Niestetaler Hallenbad entstehen. Es soll das technisch marode Wichtelbrunnenbad in Sandershausen ersetzen.

Niestetal. Er war eine sensationelle Nachricht, die die SPD-Bundestagsabgeordnete Ulrike Gottschalck am 8. März dieses Jahres verbreitete.

Sage und schreibe vier Millionen Euro hatte die aus der 11 000-Einwohner-Gemeinde stammende Haushaltspolitikerin in Berlin als Zuschuss für den Bau des neuen Hallenbads an der Autobahn 7 losgeeist (die HNA berichtete). Dabei soll das Bad insgesamt nur 6,2 Millionen Euro kosten - zwei Drittel der Bausumme wird demnach der Bund bezahlen.

Jetzt kann es losgehen, dürften an diesem Tag insbesondere jene Niestetaler gedacht haben, die bei dem von der SPD und dem DLRG-Ortsverein Ende November 2015 bei einem Bürgerentscheid für einen Neubau als Ersatz für das technisch marode Wichtelbrunnenbad in Sandershausen gestimmt hatten.

Doch von Aufbruchstimmung in Sachen neues Hallenbad ist zwei Monate nach der Ankündigung des warmen Regens aus Berlin nichts zu spüren. Stattdessen scheint die Operation Bad-Neubau ins Stocken geraten zu sein.

Im März, das erklärte die Gemeindeverwaltung Anfang Januar auf HNA-Anfrage, sollte feststehen, wer als sogenannter Generalplaner im Auftrag der Kommune beziehungsweise ihres um einen eigenen Bäderzweig erweiterten Gemeindewerks für die Planung und Errichtung des Hallenbads verantwortlich sein wird.

Jetzt, Anfang Mai, gibt es dazu noch immer keine Auskunft. Eine Erklärung wurde seitens der Gemeinde wiederholt angekündigt, kam dann aber nicht.

Und das, obwohl sich die hinter verschlossenen Türen tagende Betriebskommission des Gemeindewerks nach HNA-Informationen bereits mit dem Thema Generalplaner befasst und offenbar eine Entscheidung getroffen hat. Der lokale Bewerber um den Auftrag ist jedenfalls aus dem Rennen. „Die Kasseler Verkehrs- und Versorgungs-GmbH hat Ende April eine Absage erhalten“, erklärte deren Sprecher Ingo Pijanka am Freitag. „Wir sind darüber sehr enttäuscht.“

Bereits im September 2016 hatte die städtische Holding KVV ihr Interesse daran bekundet, als Generalplaner aufzutreten und eine Bewerbung angekündigt. Als Mutter der Städtischen Werke war die KVV unter anderem für den Neubau der Kasseler Auebades zuständig. Vor zehn Jahren verhandelten KVV und die Gemeinde Niestetal über den Bau eines gemeinsamen Bades - ohne Ergebnis.

Nach dem Ausscheiden der KVV hat nun sehr wahrscheinlich ein auswärtiger Anbieter das Rennen gemacht. Doch warum wird er nicht genannt? Gibt es Unstimmigkeiten über das Konzept oder über den auf 6,2 Millionen Euro begrenzten Etat für den Neubau? So lauten jedenfalls einige der Spekulationen.

Hintergrund: Pläne für ein schlichtes Bad

Die bisher bekannten Pläne für das neue Hallenbad auf dem gemeindeeigenen Grundstück an der Heiligenröder Straße unweit des Rathauses sehen eine schlichte Anlage mit einem 25-Meter-Becken, einem Kursbecken für Aquagymnastik und Babyschwimmen sowie einem Planschbecken vor. Sauna und Gastronomie sind zunächst nicht geplant. Denkbar ist aber, dass diese Einrichtungen später noch verwirklicht werden. Das Wichtelbrunnenbad in Sandershausen, dessen Technik marode ist, soll abgerissen werden.

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