Bürger sollen entscheiden

Statt Wichtelbrunnenbad: Hallenbad in Niestetal geplant

Neuer Standort: Das neue Niestetaler Hallenbad soll an der Heiligenröder Straße in Rathausnähe an der Autobahnbrücke errichtet werden. Dort gibt es bereits eine Busanbindung. Foto: Herzog / Flugschule Kassel

Niestetal. In Niestetal soll als Ersatz für das marode Wichtelbrunnenbad ein Hallenbad gebaut werden. Darauf hat sich die SPD-Fraktion mit Bürgermeister Andreas Siebert festgelegt.

Allerdings sollen die Einwohner an der Entscheidung beteiligt werden, die SPD wird dazu einen Bürgerentscheid in Gang setzen.

„Wir wollen in dieser wichtigen Frage auf direkte Demokratie setzen“, heißt es in einer Pressemitteilung der SPD. Angesichts der Kosten wolle man der Bevölkerung die Entscheidung nicht überstülpen.

Der Neubau wird mit 6 Millionen Euro veranschlagt. Das neue Familienbad soll an der Heiligenröder Straße neben der Autobahnbrücke errichtet werden. Das Gelände in Nachbarschaft der Feuerwehr und des Rathauses war vor einigen Jahren bereits als Standort für ein neues Hallenbad vorgesehen, das futuristische Großprojekt für 10 Mio. Euro wurde angesichts der rückläufigen Gewerbesteuereinnahmen jedoch im Jahr 2012 gestoppt. „Wir Sozialdemokraten können uns Niestetal nur schwer ohne ein Hallenbad vorstellen“, sagte SPD-Fraktionsvorsitzender Jens Dieter Horn nach einer interfraktionellen Sitzung am Donnerstagabend, wo Experten die Rahmenbedingungen für einen Schwimmbad-Neubau dargelegt hatten. Das Wichtelbrunnenbad sei ein wichtiger Baustein der Infrastruktur, hier hätten Generationen von Niestetalern Schwimmen gelernt.

Die Sanierung des 42 Jahre alten und maroden Wichtelbrunnenbads würde 5,5 Mio. Euro kosten. Angesichts der Unwägbarkeiten einer Sanierung sei „der Neubau die sinnvollere Variante“, sagte Bürgermeister Andreas Siebert (SPD) der HNA. „Wir sind klar für den Neubau.“

900.000 Euro pro Jahr 

Schwerer als die Baukosten wiegen die laufenden Kosten. Beim alten Bad, das abgeschrieben ist, lagen sie bei jährlich 450.000 Euro. Beim neuen Hallenbad ist - auch wegen der Abschreibungen - mit Kosten von geschätzt 900.000 Euro pro Jahr zu rechnen.

Als Mehrheitsfraktion in der Gemeindevertretung könnte die SPD den Schwimmbad-Neubau auch alleine und gegen die Stimmen der anderen Fraktionen beschließen. Man wolle aber die Bevölkerung beteiligen, sagte Bürgermeister Siebert. Auch angesichts von wachsender Politikverdrossenheit und niedriger Wahlbeteiligungen wolle man ein Zeichen setzen. „Ich hoffe, dass alle diese Chance begreifen“, sagte Siebert.

Die SPD Niestetal will nun Unterschriften in den beiden Ortsteilen sammeln. 870 Unterschriften sind für das Bürgerbegehren nötig, das dem Bürgerentscheid vorausgeht. „Wir laden insbesondere die Niestetaler Vereine und Verbände ein, sich an der Sammlung zu beteiligen“, sagten Silvia Nolte und Dr. Werner Weißenborn, beide stellvertretend SPD-Vorsitzende. Wer Interesse hat, kann sich unter info@spd-niestetal.de melden.

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