Kreativität wird besonders gefördert

Niestetaler Gesamtschule ist erste Kulturschule im Kreis Kassel 

Farbige Finger handeln sich Michelle Prätorius (links) und Samira Demic, beide 13, aus Niestetal bei ihrer künstlerischen Arbeit ein. Kulturschule Niestetal.

Niestetal. Über diese Auszeichnung freuen sich 700 Schüler und 63 Lehrkräfte der Wilhelm-Leuschner-Schule in Niestetal besonders: Die Gesamtschule wird sogenannte Kulturschule.

Die offizielle Ernennung zur „Kulturschule“ erfolgt im Oktober in einem feierlichen Festakt auf Burg Fürsteneck bei Eiterfeld im Landkreis Fulda.

Vor vier Jahren hatte sich die Gesamtschule im Ortsteil Heiligenrode um den Titel beworben, den in der Region nur noch die Carl-Schomburg-Schule in Kassel führt. 2015 wurde sie in die dritte Staffel des Projektes des Hessischen Kultusministeriums als 21. Schule in Hessen aufgenommen.

Um Erfahrungen mit anderen Kulturschulen zu sammeln, schlugen die Schüler von sich aus vor, einen Austausch zu organisieren. Mit der Alexej-von-Jawlensky-Schule in Wiesbaden fand sich schnell ein Partner. Man nahm die documenta 14 zum Anlass Schüler nach Niestetal einzuladen.

Drei Tage tauschte man sich aus, lernte sich kennen, sprach über einzelne Projekte in den Schulen und besuchte einen ganzen Tag die documenta 14 vor Ort. „Das ist mein erster documenta-Besuch“, erzählt Melina Naumann aus Wiesbaden und ergänzt: „Der Austausch mit anderen Schülern war sehr interessant. Es könnte nur etwas länger dauern“, bedauert sie. Aber vielleicht klappt das ja bei dem geplanten Gegenbesuch der Niestetaler Schüler im Frühjahr 2018 in Wiesbaden.

Am Vormittag des Abreisetages stand aber noch einmal künstlerisches Denken und Arbeiten auf dem Programm. In kleinen Arbeitsgruppen unter Anleitung der Kulturkoordinatoren der Gesamtschule Bettina Köhler, Daniela Böttcher und Heinrich Wiedenfeld sollten die Eindrücke von dem documenta-Besuch künstlerisch dargestellt werden. Wer sich jetzt also über stoffverkleidete Säulen in der Schule wundert: Die verhüllte „Alte Torwache“ gab dafür die Inspiration.

Hintergrund

Das Hessische Kultusministerium hat in Kooperation mit der Stiftung Mercartor das Projekt „Kulturschule“ 2008 gestartet, um die Stärkung der kulturellen Bildung in der Schulentwicklung gemeinsam voranzutreiben. Die Stiftung unterstützt die Initiative über das Rahmenprogramm „Kreativpotenziale“ bei der Verankerung von kultureller Bildung im Schulsystem, zum Beispiel durch die umfangreiche Qualifizierung von Kollegengruppen und Schulleitungsteam. Die Wilhelm-Leuschner-Schule arbeitet mit vielen Kooperationspartnern aus der Region zusammen, so zum Beispiel mit der Musikschule Kaufunger Wald oder dem Staatstheater Kassel. Schulleiterin Ana Viehmann: „Kulturschule zu sein heißt: Bisherige Unterrichtsstrukturen vollständig neu zu denken.“

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