Zwei Länder installierten 2013 nahezu zwei Drittel der gesamten Leistung

Solartechnik-Boom in Asien: Musik für SMA spielt in Fernost

Niestetal. 2010 war die Solarwelt noch in Ordnung: Die Förderung von Sonnenstrom war so hoch, dass selbst verschattete Dächer mit Solarmodulen zugepflastert wurden, Solarparks aus dem Boden schossen und Bauern einfache Überstände zusammenzimmerten, nur um noch mehr Platz für Energie-Paneele zu schaffen.

Die Folge: Solartechnik-Hersteller, Installateure und Dachdecker verdienten sich dumm und duselig. In jenem Jahr verdoppelte SMA den Umsatz auf über 1,9 Milliarden Euro, der Reingewinn legte sogar um 126 Prozent auf 365 Mio. Euro zu.

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Doch damit sollte bald Schluss sein. Angesichts einer Kostenexplosion zulasten nahezu aller Stromverbraucher zog die Politik die Reißleine und kürzte die Solarstromförderung in mehreren Schritten. 2011/12 ebbte der Boom ab. Erschwerend hinzu kam, dass die Chinesen dank staatlicher Hilfe die Märkte mit Billigmodulen fluteten, was gewaltig auf die Preise drückte und etliche deutsche Hersteller in den Ruin trieb. Und als ob das alles noch nicht genug gewesen wäre, kam dann auch noch die Euro-Krise und mit ihr der Zusammenbruch der Märkte in vielen Ländern Südeuropas.

2013 zogen dann die Solarmärkte Asiens rasant an – allen voran Japan und China, die 2013 fast 25 Gigawatt (GW) der weltweit produzierten 40 GW installierten. Das entspricht 40 herkömmlichen Großkraftwerken. Und die USA haben ihre jährlich zugebaute Solarleistung seit 2010 nahezu verdreifacht, während Europa im selben Zeitraum ein Drittel verloren hat.

SMA profitierte zwar von seiner frühen Internationalisierungsstrategie. In den Solarboom-Ländern Japan und China taten sich die Niestetaler aber schwer. Auch deshalb, weil es dort sowohl technische als auch rechtliche Hürden gibt. Beide Märkte sind abgeschottet. Immerhin gelang es SMA mit dem Zukauf des Herstellers Zeversolar, einen Fuß in den chinesischen Markt zu setzen, und in Japan haben die Nordhessen unlängst den größten Solarpark der Insel mit Wechselrichtern bestückt.

SMA-Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon setzt mittel- und langfristig große Hoffnungen in diese beiden Länder. „Da sahen wir ein großes Potenzial“, sagte er gestern in Frankfurt. Kurzfristige Erfolge dort seien illusorisch, aber der Grundstein für den langfristigen Erfolg sei gelegt. Zusammen mit einer Reihe neuer, erfolgversprechender Produkte, der Optimierung der Prozesse in Produktion und Logistik sowie Einsparungen beim Material von 100 Mio. Euro jährlich sieht sich SMA gut gerüstet. „2014 war ein schwieriges Jahr, aber die Weichen für künftiges Wachstum sind gestellt“, sagte Urbon während der Bilanzvorlage.

Artikel aktualisiert um 19.20 Uhr

Dabei helfen wird auch der dänische Technologie-Konzern Danfoss, der 20 Prozent der Aktien kaufen und sein eigenes Wechselrichtergeschäft beisteuern will. Mit ihm verschafft sich SMA Zugang zu größeren Forschungskapazitäten und einem weltweiten Vertriebsnetz.

Gut 5000 Menschen beschäftigt das Unternehmen, davon 4000 in Nordhessen. Einen weiteren Stellenabbau soll es laut Urbon nicht geben. „Unsere Mannschaft ist hochkompetent und motiviert, und wir brauchen sie“, sagte der Vorstandssprecher.

Von José Pinto

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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