Eternitdach brannte

Großbrand in Sandershausen: Wurden Schadstoffe freigesetzt?

Dunkle Wolken: Die Rauchwolken waren weithin sichtbar. Waren sie mit Schadstoffen belastet, so die bange Frage von Anwohnern.

Niestetal. Ermittler des Landeskriminalamts haben am Donnerstag den Brandort in Sandershausen unter die Lupe genommen. Aber was befand sich in der schwarzen Wolke, als es brannte?

Dabei haben sich laut Polizeisprecher Torsten Werner keine Hinweise auf eine vorsätzliche Brandstiftung ergeben. Die Untersuchungen würden fortgeführt.

Nach derzeitigem Kenntnisstand brach das Großfeuer am Dienstagnachmittag in einer Autowerkstatt aus. Die Flammen griffen auf einen Getränkemarkt über, beide Gebäude wurden vollkommen zerstört.

Das bei dem Großbrand am Dienstagabend in Sandershausen in Mitleidenschaft gezogene Wohnhaus wurde durch Rauch und Ruß schwer beschädigt, es ist nach wie vor unbewohnbar, teilte die Polizei gestern mit.

Die 13 obdachlos gewordenen Bewohner - es handelt sich um mehrere Familien mit Kindern - wurden von der Gemeinde jetzt vorübergehend in Heiligenrode in gemeindeeigenen Wohnungen untergebracht, teilte Bürgermeister Andreas Siebert (SPD) der HNA mit. Die Menschen waren in der Nacht zunächst auf den Sensenstein gebracht worden.

Eternitdach 

Unklar blieb, ob bei dem Großfeuer gesundheitsschädliche Stoffe in die Gegend getragen wurden. Während des Brands stand eine weithin sichtbare Rauchwolke über Sandershausen. Was befand sich in den dunklen Schwaden? So lautet die bange Frage eines Anwohners. Schließlich zerstörte das Feuer das Eternitdach der Autowerkstatt. Eternit muss normalerweise als Sondermüll entsorgt werden. Darüber hinaus explodierten in der Werkstatt mehrere Gasflaschen, es verbrannten Lacke und Öle, Plastikteile verschmorten.

Keine Luftmessungen 

„Wir haben keine Luftmessungen gemacht“, sagte der Einsatzleiter Ingolf Aust von der Niestetaler Feuerwehr auf Anfrage der HNA. Zu Beginn des Einsatzes habe man sich auf die Bekämpfung der Flammen konzentriert, „dann war es nicht mehr nötig“, so Aust, die dunklen Wolken hatten sich aufgelöst. Bei Bränden würden immer Schadstoffe freigesetzt, sagte Kreissprecher Harald Kühlborn. Daher sei es sinnvoll, bei Rauch die Fenster geschlossen zu halten. Bei dem Brand in Sandershausen seien die Bewohner aber nicht gesondert darüber informiert worden.

Großbrand in Sandershausen: Blick von oben auf die Ruine

Die Kreisverwaltung geht mit dem Gesundheitsamt davon aus, dass es keine Gesundheitsgefährdung für Feuerwehrleute und Anwohner gab, so der Kreissprecher weiter. „Schließlich war eine große Fachkompetenz vor Ort“, sagte Kühlborn. So sei neben der Kasseler Berufsfeuerwehr auch der Bereichsleiter Brandschutz beim Regierungspräsidium Kassel - er ist der ranghöchste Feuerwehrmann Nordhessens - am Brandort anwesend gewesen. In der Einsatzleitung würden die strategischen Entscheidungen getroffen. „Wir gehen davon aus, dass die richtigen Entscheidungen getroffen wurden.“

Während der Getränkemarkt bei dem Brand vollkommen zerstört wurde, blieb der Edeka-Einkaufsmarkt unbeschädigt. Er ist ganz normal geöffnet.

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