Gemeinde will Gutachten aktualisieren

Niestetal in Sorge: Wichtelbrunnenbad stark sanierungsbedürftig

Fassadenprobleme: An den Fenstern des Hallenbads sind von außen bauliche Mängel erkennbar.

Niestetal. Ihre Pläne für einen futuristischen Schwimmbad-Neubau in Sandershausen hat die Gemeinde Niestetal wegen Finanzierungsproblemen im vergangenen Jahr begraben.

Große Sorgen bereitet den Verantwortlichen nun jedoch das alte Wichtelbrunnenbad, das nach der Sommerschließung jetzt wieder eröffnet wurde. Der Fortbestand des einzigen Hallenbads in der Gemeinde ist wegen baulicher und haustechnischer Mängel keineswegs gesichert. Die grundlegende Sanierung des alten Bades war 2008 wegen der Neubaupläne zurückgestellt worden, jetzt rückt sie aber wieder in den Vordergrund.

Probleme macht den Verantwortlichen dabei besonders die finanzielle Seite. Die dringend notwendige Erneuerung des Bades würde Millionen verschlingen und könnte die wirtschaftlich angeschlagene Gemeinde letztlich überfordern. Im schlimmsten Fall droht dem sehr beliebten Wichtelbrunnenbad, das jeweils im Sommer eine Betriebspause einlegt, auf längere Sicht sogar die endgültige Schließung und ein Abriss.

Bereits vor sieben Jahren attestierten Bäderfachleute der Städtischen Werke Kassel der Gemeinde für ihre in die Jahre gekommene Schwimmhalle einen Sanierungsbedarf von 2,5 Millionen Euro. Heute dürften die Kosten für die Beseitigung der Mängel im Wichtelbrunnenbad noch höher ausfallen.

Nicht auszuschließen sind zusätzliche Investitionen zur Steigerung der Attraktivität, die für alle älteren Bäder im Wettbewerb mit anderen Freizeiteinrichtungen in der Regel erforderlich sind.

Welche gravierenden Mängel sind in der Studie aus dem Jahr 2006 gelistet? Wie wollten die Experten an die Probleme herangehen? Die HNA erkundigte sich bei der Gemeinde Niestetal nach den Sanierungsvorschlägen der Bäderfachleute und dem Bausachstandsbericht. Doch die Gemeinde mauert. Mit dem Hinweis, der Bericht sei nicht mehr aktuell, lehnte Rathaussprecher Dennis Bachmann die Herausgabe der Studie ab. Auch den Wunsch der HNA nach einem Rundgang und Fotoaufnahmen im Wichtelbrunnenbad wies die Gemeinde zurück.

Laut Dennis Bachmann ist geplant, die Städtischen Werke mit einer Aktualisierung des Berichts zu beauftragen. Danach werde sich die Gemeindevertretung in einer interfraktionellen Sitzung mit dem weiteren Vorgehen beschäftigen, sagte der Rathaussprecher.

Von Hans-Peter Wohlgehagen

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