Vogelschutzbeauftragter Ludwig Fingerling aus Schauenburg wirbt um jüngere Helfer der Natur

Mit Nisthilfen auf der Suche

Marke Eigenbau: Die Nisthilfen für die Mauersegler baut Ludwig Fingerling im Winter selbst, fürs Anbringen sucht er ständig Plätze. Hier steht er mit einem Nistkasten an der alten Schule in Elgershausen, oben unter dem Dach hängt schon ein solches. Foto: Junker

Schauenburg. Nachwuchssorgen plagen Ludwig Fingerling in seiner Eigenschaft als Vogelschutzbeauftragter des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) für das Schauenburger Gemeindegebiet. „Bis auf einen sind wir alle über 70 Jahre alt“, berichtet der 71-Jährige. Wir – das sind eben jene vier und Hans Eidam. „Mit meinen 62 Jahren bin ich der Einzige, der noch klettern kann“, erzählt dieser.

Das muss man nicht können, wenn Nisthilfen für Mauersegler angebracht werden sollen, auch wenn die in mindestens vier bis fünf Metern Höhe angebaut werden müssen. Dafür braucht man sowieso ein Gerüst.

„Wenn in den Orten irgendwo ein Haus oder Hausdach saniert wird, sprechen wir die Eigentümer an und fragen, ob wir solche Nistkästen anbauen dürfen, dann steht ja auch meistens ein Gerüst“, sagt Fingerling.

Mit der totalen Abdichtung der Dächer gehen die Nistmöglichkeiten für diese Vögel verloren. Und lange Zeit zum Suchen hätten sie laut Aussage von Ludwig Fingerling nicht, weil sie nur 90 Tage bei uns sind.

„Leider denken viele Menschen, die Vögel würden die neue Fassade verunreinigen, aber die Mauersegler tragen den Dreck weg“, ergänzt er. Wer das nicht glaubt, könne sein Haus ansehen, dort hängen seit einigen Jahre etliche der selbst gebauten Nisthilfen. Doch Fingerling hat mehrere Baustellen. Nach 20 Jahren Suche hat er jetzt endlich den Gartenrotschwanz in einer Baunataler Schrebergartensiedlung entdeckt. „Dabei war der Vogel des Jahres 2011 früher gar nicht so selten“, sagt Fingerling. Aber der brauche Gartenland, mit den Rasenflächen der heutigen Zeit könne er nichts anfangen. In einem vielleicht geeigneten Lebensraum auf Breitenbacher Streuobstwiesen wurden jetzt auch für diesen Vogel Bruthilfen montiert. „Vielleicht können wir ihn damit anlocken“, sagt der Vogelschützer.

Außerdem werden unter den Betonbrücken der Bäche Nistangebote für Wasseramseln und Gebirgsstelzen befestigt. Die müssen manchmal kontrolliert und gereinigt werden. „Das alles ist viel Arbeit, aber sehr interessant“, erzählt Fingerling. Da wäre es schön, ein paar jüngere Leute zu gewinnen.

Ansprechpartner: Heinz-Jürgen Schmoll, Habichtswald, Telefon 0 56 06/5 68 60.

Von Constanze Junker

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.