Ehemalige Großenritter Pfarrerin Ulrike Laakmann nun Dekanin in Witzenhausen

Witzenhausens neue Dekanin lebt noch aus Kisten

Öffnet die Tür der Liebfrauenkirche: Dort wurde Ulrike Laakmann inzwischen als neue Dekanin des Kirchenkreises Witzenhausen eingeführt. Foto: Michaelis

Witzenhausen/Baunatal. So ganz angekommen ist Ulrike Laakmann noch nicht. „Ein Leben aus Kisten“ führt sie derzeit, zwischen gepackten Kartons in der alten Heimat Hofgeismar und ihrem Büro in Witzenhausen. Seit Anfang des Monats ist die 54-Jährige neue Dekanin des Kirchenkreises Witzenhausen.

Trotz allen Stresses, den ein Umzug mit sich bringt, ist der ehemaligen Großenritter Pfarrerin die Freude über das neue Amt nicht abhanden gekommen. Jeden Morgen, wenn sie mit dem Auto aus Hofgeismar kommt, begeistert sie sich an der „herrlichen Landschaft“ und der „schönen Silhouette Witzenhausens mit der Liebfrauenkirche mittendrin“.

Umzug an die Werra

Bis Ende September kann sie diesen Blick noch regelmäßig genießen, dann zieht Ulrike Laakmann mit ihrem Ehemann Martin, weiterhin Pfarrer der evangelischen Kirchenemgemeine Großenritte, ganz nach Witzenhausen um. Tochter und Sohn gehen derzeit ihrem Studium in Bremen und Marburg nach.

Völlig fremd sind ihr Werratal, Losse- und Gelstertal nicht. Zuletzt arbeitete Ulrike Laakmann als Studienleiterin Ausbildung im Predigerseminar in Hofgeismar. Regelmäßig besuchte sie in dieser Funktion angehende Pfarrer (Vikare) vor Ort. Dennoch will sie bis Ende des Jahres in jeder Gemeinde im Kirchenkreis „mindestens einmal gewesen sein“, sagt sie.

Doch muss ihr Blick auch über die Grenzen des Kirchenkreises hinausgehen. An vielen Stellen gebe es schon gute Kooperationen mit dem Kirchenkreis Eschwege. Ihre Aufgabe werde es sein, die Zusammenarbeit weiter auszubauen. Auch die Kirche könne die Augen nicht vor den Folgen des Bevölkerungsrückgangs verschließen. Überlegungen, Pfarrstellen anzupassen, werden in der ganzen Landeskirche geführt.

„Der demografische Wandel ist mir überall ins Auge gesprungen“, sagt Ulrike Laakmann. „Aber wir dürfen uns davon nicht lähmen und bannen lassen.“ Es gelte, den Menschen in diesem Prozess beizustehen. Deshalb will Laakmann den altbekannten Spruch auch wörtlich nehmen: „Lassen wir die Kirche im Dorf.“ Dabei gehe es nicht nur um Gebäude, sondern gerade auch um Gesichter, die zur Kirche gehören.

Zwar schätzt die neue Dekanin den Kontakt mit Menschen – „auf die vielen Begegnungen freue ich mich am meisten“. Aber ganz bewusst zieht sich auch mal zurück und verbringt alleine Zeit in der Kirche. „Manchmal muss man einen Schnitt machen.“

Ob sie auch mal zweifelt, beantwortet Ulrike Laakmann mit einem festen „Ja“. Schließlich „kennt Glaube auch Zweifel“. Beides gehört für sie zusammen. Dennoch: Sich selbst würde sie als „Und-trotzdem-Mensch“ bezeichnen.

Von Claas Michaelis

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