Eleonore Dehnerdt schrieb biografischen Roman über Kaiserin Kunigunde

Nonnentracht statt Krone

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Hommage an eine mittelalterliche Herrscherin: Die Autorin Eleonore Dehnerdt hat einen biografischen Roman über Kaiserin Kunigunde geschrieben.

Kaufungen / Hann. Münden. Alles strebt nach Macht, nur Kunigunde ging den umgekehrten Weg: Sie war eine Kaiserin, die zur einfachen Nonne wurde. Das hat Eleonore Dehnerdt, in Hann. Münden lebende Autorin, fasziniert.

Zwei Jahre Recherche widmete sie der Herrscherin aus dem Mittelalter. Jetzt liegt Dehnerdts neues Buch vor: „Das Gelübde der Kaiserin“.

Titel und Aufmachung mögen an die gerade so populären historischen Romane erinnern, zwischen diesen Buchdeckeln steckt aber viel mehr: Eine Biografie in Romanform, die ein lebendiges Bild einer Zeit zeichnet, die so weit entfernt scheint, und deren Menschen den gegenwärtigen dann doch immer wieder so ähnlich sind.

Es ist nicht die erste Frauenbiografie von Eleonore Dehnerdt. Auch Katharina von Bora, Herzogin Elisabeth, Anna Magdalena Bach und Katharina von Siena hat sie schon beschrieben.

„War ein Wagnis“

Vor drei Jahren hat Dehnerdt noch als Diplom-Sozialpädagogin gearbeitet und ihre Bücher neben ihrer Berufstätigkeit geschrieben. „Vom Schreiben kann man anfangs nicht leben“, sagte die Autorin. „Als ich es dann aber konnte, hatte ich den Mut, meinen Job zu kündigen.“

Vor ihrem ersten Roman, der 1999 erschien, ging Dehnert auch schon ihrer Leidenschaft, dem Schreiben nach. Sie gab Schreibseminare, verfasste Gedichte und schrieb Kurzgeschichten.

In ihrem aktuellen Buch schreibt die Autorin zum ersten Mal aus der Perspektive ihrer Hauptfigur. „Das war für mich ein großes Wagnis“, sagte Dehnerdt. Kunigunde, als Grafentochter um 975 in Trier geboren, heiratet den Herzog Heinrich von Bayern, wird 1002 an seiner Seite Königin. 1014 werden die beiden in Rom vom Papst als Kaiserpaar gesalbt.

Kloster in Kaufungen

Kunigunde gründet in Kaufungen das Frauenkloster, in das sie nach dem Tod ihres Mannes eintritt – aber eben nicht, wie es ihrem Stand angemessen und damals üblich gewesen wäre, als Äbtissin, sondern als einfache Nonne.

Dehnerdt versucht, so dicht wie möglich an den belegten Fakten zu bleiben. Andererseits müsse sie, um Lücken zu füllen, auch wieder die Fantasie spielen lassen, berichtet sie. So gebe es zwar jede Menge Aufzeichnungen über Kunigunde, nachdem sie Heinrich geheiratet hatte, aber praktisch nichts aus der Zeit davor. Nicht einmal ihr genaues Geburtsdatum sei bekannt.

Lesung am 5. Oktober

Vieles sei auch noch nicht abschließend erforscht. Eines ist jedoch immer präsent: Der Respekt vor jenen, die vor tausend Jahren lebten. „Wir stehen auf den Schultern dieser Menschen. Der Roman ist auch eine innere Verbeugung“, sagt Dehnerdt.

Lesung: Die Autorin Eleonore Dehnerdt stellt ihr Buch „Das Gelübde der Kaiserin“ am Samstag, 5. Oktober, 19 Uhr in der reformierten Kirche in Hann. Münden (Burgstraße 8) vor.

Eleonore Dehnerdt: Das Gelübde der Kaiserin, Verlag SCM Hänssler, 300 Seiten, ISBN 978-3775154796, 14,95 Euro.

Von Bettina Sangerhausen und Theresa Ziemann

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