Delegierte für Koalitionsverhandlungen mit der CDU in Berlin

Nordhessen-SPD trägt Konvent-Beschluss

Im Gespräch: Unser Archivbild zeigt Manfred Schaub (rechts) mit SPD-Parteichef Sigmar Gabriel. Auch jetzt war Manfred Schaub mit Sozialdemokraten aus Nordhessen wieder bei Verhandlungen über die weitere Ausrichtung der SPD in Berlin dabei. Archivfoto: Fischer/nh

Baunatal. Chancen für mehr Gerechtigkeit sowie eine Verbesserung der Lebensverhältnisse erhofft sich der nordhessische SPD-Bezirksvorsitzende Manfred Schaub durch Koalitionsverhandlungen mit der CDU in Berlin.

Schaub nahm jetzt als Delegationsleiter der nordhessischen Sozialdemokraten an dem Parteikonvent in der Hauptstadt teil, auf dem die Delegierten mit großer Mehrheit für die Aufnahme von Verhandlungen mit der Union stimmten.

Zu eigenen Ambitionen auf einen möglichen Posten in Berlin oder Wiesbaden sagt der 56-Jährige weiterhin nichts. Vor der Landtagswahl am 22. September war der Baunataler Bürgermeister von Hessens Parteichef Thorsten Schäfer-Gümbel als möglicher Regierungspräsident nach einem Wahlsieg genannt worden. Spekulationen gab es aber auch über eine Position auf Bundesebene. Der sportkundige Nordhesse mit Fußballtrainer-Lizenz wird beispielsweise als für Sport zuständiger Staatssekretär im Innenministerium gehandelt. Schaub schiebt allerdings weiteren Gedankenspielen über eine Beschäftigung bei Land und Bund Riegel vor. „Wir reden über keine Posten, weder an der einen noch an der anderen Stelle.“

Laut Schaub gibt es definitiv noch keine Entscheidung über die mögliche Besetzung von Ministerien. Die Arbeit konzentriere sich auf andere Themen, sagt er.

Zurück zum Parteikonvent: „In einer schwierigen Situation sollten alle Möglichkeiten ausgelotet werden“, betont Schaub. Es wäre fahrlässig, die Chance zur Einbringung wichtiger sozialdemokratischer Positionen verbunden mit einer Verbesserung der Lebensverhältnisse der Menschen nicht zu nutzen.

Mit Blick auf die Beschlüsse zu Mindestlohn, Leiharbeit, kommunalen Finanzen und Bildung betont der Chef der SPD Hessen-Nord: „Das war ein deutliches Signal, dass Sozialdemokraten ihre Verantwortung für Gesellschaft und Politik ernst nehmen und für mehr Gerechtigkeit bei der Verteilung der Lasten im Staat streiten.“

Acht Unterbezirke vertreten

Laut Schaub nahmen an dem Parteikonvent neun Delegierte aus acht Unterbezirken zwischen Bad Karlshafen, Marburg und Fulda teil. Die nordhessische Delegation habe dem Auftrag für Verhandlungen aus der Verantwortung des bundesweiten Wahlergebnisses zugestimmt, „dies war keine Jubelveranstaltung für alle Sozialdemokraten“.

Von Sven Kühling

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