Dreschfest nahm seine Besucher am Wochenende auf eine Zeitreise mit

Nostalgie des Landlebens

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Hoch auf dem gelben Wagen: Gerhard Hobein, Gerhard und Marita Klinge (von links) fütterten die Dreschmaschine, Baujahr 1938, mit Korngarben. Die Maschine verteilt die Körner nach Größe geordnet in drei Leinensäcke.

Helsa. Was heute gut erscheint, war früher manchmal noch besser: Jochen Linge schaut, wie seine Dreschmaschine, Baujahr 1938, das Korn nach Größe sortiert und in drei Leinensäcke spuckt. „Die größten Körner nehme ich für die Aussaat im nächsten Jahr“, sagt er.

Mit einem modernen Mähdrescher ginge das nicht. Der dresche das Korn nicht so sauber wie sein Oldtimer.

Linges Dreschmaschine in voller Aktion. Das gehörte zu den Höhepunkten des Dreschfestes in Eschenstruth. Musik- und Gesangsabteilung des TSG Eschenstruth, die Schlepperfreunde der Helsaer Ortschaft und weitere Akteure verbreiteten unter den Besuchern die Nostalgie des Landlebens.

Dreschfest in Helsa-Eschenstruth

Dafür sorgten nicht nur die Dreschmaschinenvorführungen sondern auch die Parade von alten Traktoren. Das Prunkstück unter den Oldtimern war zweifellos der schnaufende Lanz-Bulldog von Markus Burggraf-Linge. Der alte Traktor schüttelt sich unter der gewaltigen Hubkraft seines Einzylindermotor wie ein ungeduldiges Pferd. Auch der Arbeitsplatz hoch auf der Dreschmaschine ist übrigens kein ruhiger. Gerhard Hobeiin, Gerhard und Marita Klinge, die das Dreschteam bildeten, wurden von den Vibrationen der riemengetriebenen Maschine kräftig durchgeschüttelt.

Viele der alten Schätzchen, die entlang der Obergasse präsentiert wurden, sind übrgens noch im Einsatz. Kurt Löber fährt mit seinem Unimog mit Original-Mercedes-Dieselmotor aus dem Jahr 1958 in den Wald, um Holz zu machen. Dank der Zusatzmaschine hinten an seinem hochbeinigen Fahrzeug kann er die Stämme vor Ort spalten. Wie das geht führte er den Schaulustigen vor.

Heinz Blumenstein aus Quentel zeigte den Besuchern, wie die Bauern früher aus Reisig ihre Besen banden. Dafür hat der Rentner eine spezielle Schnitzbank aufgetrieben, die verhindert, dass ihm der Stiel beim Schnitzen wegrutscht.

An landwirtschaftlichem Gerät im Dorf mag heute viel zum alten Eisen gehören. Doch die Vorzüge des Landlebens sind sonst noch intakt: Geselligkeit und Spaß am Feiern. Das bewiesen die Eschenstruther schon am Freitagabend, als der Musikzug das Dreschfest mit einem klingenden Dämmerschoppen eröffnete.

Samstagabend heizte Diskjockey Stefan den Tänzern ein. Am Sonntagmorgen ging es beim Festgottesdienst, den die Chariot Gospel Singers musikalisch umrahmten, besinnlich zu. (pdi)

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