Musik-, Radio- und Kinomuseum nahm Besucher mit auf Zeitreise

Alles funktioniert: Günter Vockenroth aus Helsa war beeindruckt.

Helsa. Die „Königin von Saba“ ist ein schwergewichtiges Stück Nostalgie: Aus dem Bauch der vier Zentner schweren Musiktruhe, Baujahr 1960, tönt gefühlvoll ein bekannter Schlager aus den 1950er-Jahren.

Werner Baus greift spontan nach der Hand der Besucherin Monika Döring und tanzt mit ihr beschwingt an den dicht gedrängt stehenden Museumsstücken vorbei.

In solchen Szenen wurde beim Tag der offenen Tür im Musik-, Radio- und Kinomuseum am Wochenende in Helsa-Eschenstruth das Lebensgefühl einer längst vergangenen Zeit lebendig. In alten Kinosesseln, beim Anschauen alter Werbe- und Stummfilme bekamen sie eine Ahnung von der glorreichen Zeit der Kasseler Kinos. Einrichtungsteile des berühmten Kaskade-Kinos am Königsplatz mit seinen Wasserspielen und der schwungvolle Schriftzug des früheren „Cinema“ gegenüber dem Kasseler Rathaus hat Museumsinhaber Baus wie Reliquien ausgestellt. Der 70-Jährige ist ein wandelndes Lexikon in Sachen Kino- und Radiogeschichte. „Das ist die Sonja Ziemann, dort ist Dieter Borsche“, sagt der Rentner, als ihm Gudrun Kallenbach alte Fotos von Schauspieler-Besuchen in Kassel zeigt, die ihr Vater ihr hinterlassen hat.

4000 Besucher seien in den drei Jahren seit der Eröffnung seines Museums gekommen, sagt Baus, darunter seien viele Busgruppen und Wanderer gewesen. Sorgen macht er sich, wie es weitergeht. Die Restaurierung der historischen Stücke sei aufwendig. Jüngere hätten für so etwas kein Interesse. (pdi)

Besichtigungen nach Anmeldung, Tel. 05602/918833

Bilder

Tag der offenen Tür im Musik-Radio- und Kinomuseum Helsa

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