Vor 40 Jahren begründeten Helsa und die südfranzösische Gemeinde Trebès ihre Partnerschaft

Notfalls mit den Händen reden

Freuen sich auf die französischen Gäste aus Trebès: Gitta Brede (von links), Bürgermeister Tilo Küthe, Bürgervereinsvorsitzender Karl-Ludwig Opper und Philipp Schröder. Foto:  Markus Kothe

Helsa. Die Gemeinde Helsa feiert in dieser Woche das 40-Jährige Bestehen der Verschwisterung mit der südfranzösischen Gemeinde Trebès und begrüßt eine Delegation aus dem 5400-Seelen-Ort nahe Carcassonne. Doch die Kontakte zwischen beiden Orten begannen sogar schon fünf Jahre früher im Jahr 1967: Bei einem Jugendaustausch der Sozialistischen Jugend „Die Falken“ lernten sich ein Wickenröder und ein junger Trebaner kennen und knüpften freundschaftliche Bande.

Wenige Monate später kam es dann zu den ersten Besuchen, erzählt Gitta Brede. Sie ist eines von 68 Mitgliedern des Bürgervereins der Frankreichfreunde in Helsa, der seit 40 Jahren die Verschwisterung pflegt. Franzosen aus Trebès kamen in die damals noch selbständige Gemeinde Wickenrode und Wickenröder fuhren nach Trebès. Man verstand sich als Botschafter der Völkerverständigung, und der Wickenröder Dieter Brandt investierte viel Herzblut in die Kontakte. Brede: „Es gab schon immer ein buntes Programm bei den Besuchen, sowohl in der jeweils eigenen Gemeinde, als auch im Umland.“ Eine weitere Tradition hat sich bis heute erhalten: Alle Gäste übernachten bei Gastfamilien. Der Kontakt zur Bevölkerung ist wichtiger Bestandteil der Austausche, und auch bei sprachlichen Hürden fanden sich immer Lösungen. „Wir haben doch Hände, es klappt immer irgendwie mit der Verständigung“, sagt Brede, die selbst nur wenig Französisch kann. Offiziell wurde die Verschwisterung erst mit der Gebietsreform 1972, als die Gemeinden Wickenrode und Helsa sich zur Großgemeinde Helsa zusammenschlossen. Ludwig Dann als neuer Bürgermeister begründete die Verschwisterung. Seitdem verweisen an allen Ortseingängen Hinweisschilder auf den Kontakt nach Südfrankreich. Der fand 1990 einen Höhepunkt, als in Wickenrode der „Place des Trebès“ eingeweiht wurde.

Helsas Bürgermeister Tilo Küthe (SPD): „Ich halte diese Verschwisterung auf jeden Fall für erhaltenswert, schließlich sind viele Freundschaften in den vier Jahrzehnten entstanden.“ Solange es einen so regen Bürgerverein gebe, der die Austausche mit Leben fülle, mache er sich keine Sorgen. Die Kontakte mit Trebès fänden weniger auf politischer Ebene statt, sondern mehr im gesellschaftlichen und kulturellen Bereich, das sei gut so.

Auffällig, so der Rathauschef, sei aber die hohe Akzeptanz in Helsa: „Zeitweise waren mehr Helsaer als Wickenröder aktiv, aber inzwischen ist das wieder gut ausgeglichen.“

Und auch die Gesamtschule im benachbarten Großalmerode habe sich eingeklinkt und biete jährlich für ihre Schüler Fahrten ins Nachbarland an. Darauf freut sich schon der neunjährige Philipp Schröder, für den Trebès nichts Neues mehr ist, war er doch schon zweimal „drüben“. Er ist das jüngste Mitglied im Bürgerverein und freut sich auf den nächsten Besuch, schließlich warte dort eine Freundin auf ihn. (zko) Informationen und Kontakt: Bürgerverein der Frankreichfreunde, Karl-Ludwig Opper, 05605/6356 und Gitta Brede, 05604/5640.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.