Nachteile für Nordhessen befürchtet

Landrat Schmidt: "Keine Fusion der hessischen Verkehrsverbünde"

Uwe Schmidt

Kreis Kassel. In der Diskussion über eine mögliche Fusion der beiden hessischen Verkehrsverbünde spricht sich der Aufsichtsratsvorsitzende des Nordhessischen Verkehrs-Verbunds (NVV), Landrat Uwe Schmidt (SPD), für den Erhalt des NVV aus.

Die Landesregierung müsse die organisatorische und finanzielle Eigenständigkeit des in Kassel ansässigen Verkehrsverbunds zusichern. Im Interesse eines regional gestalteten Bus- und Bahnangebots erwarte er „klare Worte“ der Regierung für Nordhessen, sagte Schmidt. In seiner gegenwärtigen Struktur sei der NVV ein Gewinn für die Region.

Für den Fall einer Fusion mit dem südhessischen RMV erwartet Schmidt negative Folgen für den öffentlichen Personennahverkehr in Nordhessen, „weil wir nicht mehr selbst über über unsere Bus- und Bahnverkehre entscheiden werden können“. Es sei zu befürchten, dass bei einer Fusion ein Großteil des für die Region bestimmten Geldes nach Südhessen umgeleitet werde. Schmidt: „Das werden wir nicht zulassen. Wer das trotzdem will, bekommt mit den nordhessischen Kreisen und Kommunen Ärger.“

Für „nicht unbedingt erstrebenswert“ halten auch die Jungsozialisten im Landkreis Kassel eine Fusion der Verkehrsverbünde.

„Nicht nur, dass die Verkehrsplaner nicht wissen, welche Bedürfnisse die Bürger vor Ort haben; sie wissen höchstwahrscheinlich nicht einmal, wo der Ort exakt liegt, für den sie planen“, sagt Oliver Ulloth, SPD-Kreistagsabgeordneter und Mitglied im Unterbezirksvorstand der Jusos. Nach Einschätzung Ulloths ist sich die schwarz-gelbe Regierung in Wiesbaden längst über einen Zusammenschluss einig, nicht aber über den Zeitpunkt. Die CDU habe offensichtlich „Angst um ihre Wählerstimmen im Norden“.

Zu einer verstärkten Zusammenarbeit zwischen NVV und RMV sage man Ja, so Juso-Chef Marcel Brückmann. Einen Abzug von Kompentenzen aus der Region lehne man dagegen ab. (ket) Archivfoto: nh

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