Heimatmuseum im Hof Helse in Obervellmar zeigt historische Helfer für den Haushalt

Oblaten kommen aus dem Feuer

Verzierte Arbeitsflächen und lange Griffe: Das Eisen für die Oblaten-Herstellung wurde in das Herdfeuer gehalten. Foto:  Wienecke

Vellmar. „Es hat lange Griffe, weil es in die Glut gehalten wurde“, sagt Karl-Heinz Gauler über das Oblaten-Eisen, das im Heimatmuseum in Obervellmar ausgestellt wird.

Direkt ins Feuer gehalten

„Die Ofenringe wurden abgenommen und die Arbeitsgeräte direkt ins Feuer gestellt“, berichtet der Leiter der volkskundlichen Sammlung des Geschichtskreises Vellmar, die im Hof Helse gezeigt wird.

Oblaten sind dünne Teigplatten aus ungesäuertem Mehlteig, die wie Waffeln zwischen Eisen mit verzierten Flächen gebacken werden. Ihr Name leitet sich von dem lateinischen Begriff oblatus, der für geopfert oder dargebracht steht, ab, da sie beim Abendmahl als Hostie verwendet werden. Backoblaten dienen hingegen als Unterlage für Weihnachtsgebäck wie Lebkuchen und Makronen.

Auf dem gusseisernen Küchenherd im Hof Helse werden neben dem Oblaten-Eisen auch diverse Waffeleisen gezeigt. Auf die Zangenwaffeleisen zur Verwendung über dem Herdfeuer folgten Geräte mit Scharnieren. „Mit einem Schareisen wurden dünne Kartoffelpfannkuchen knusprig gebacken“, berichtet Karl-Heinz Gauler. Auch ein Getreide- und Kaffee-Röster ist zu sehen. „Malz oder grüne, ungebrannte Kaffeebohnen kann man darin rösten“, erläutert der Museumsleiter.

Die volkskundliche Sammlung des Geschichtskreises Vellmar im Hof Helse, Alte Hauptstraße 22, in Obervellmar, ist im Winterhalbjahr vom 1. Oktober bis 31. März jeden zweiten Sonntag im Monat von 14 bis 18 Uhr sowie nach Absprache geöffnet. Kontakt: Karl-Heinz Gauler, Museumsleiter, Tel. 0561/ 82 39 85.

Von Bettina Wienecke

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