Gemeinde informierte Grundstückseigentümer über gesplittete Abwassergebühren

Mit Ökopflaster sparen

Horst Barthelmey

Ahnatal. Rund 1,14 Millionen Kubikmeter Wasser fließen jährlich durch die Ahnataler Abwasserkanäle in die kommunale Kläranlage. Für jeden Kubikmeter zahlen die Bürger derzeit 2,84 Euro, egal ob Regenwasser oder Schmutzwasser durch den Kanal läuft. Ein rechtswidriges Abrechnungsverfahren, wie der Hessische Verwaltungsgerichtshof Kassel in einem Urteil bereits 2009 feststellte.

Jetzt soll das Abrechnungsverfahren gerechter werden und die Ahnataler Gemeindevertretung hat bereits einem neuen, sogenannten Splittingverfahren zugestimmt. Ab 1. Januar 2012 wird zwischen Niederschlags- und Schmutzwasserverbrauch unterschieden und getrennt abgerechnet.

Während einer Info-Veranstaltung im Heckershäuser Gemeindezentrum erklärte Bürgermeister Michael Aufenanger die neue Abwassergebühr anhand einer Beispielrechnung. Danach wird es künftig keine Gesamt-Abwassergebühr mehr geben.

Die Kosten für die Ableitung des Schmutzwassers werden auch künftig nach der Menge des verbrauchten Frischwassers errechnet. Das anfallende Niederschlagswasser ist nicht direkt messbar. Daher werden die Grundstückseigentümer gebeten, ihre versiegelten und unversiegelten Flächen per Selbstauskunft anzugeben. Wer Niederschlagswasser auffängt und nicht in den öffentlichen Kanal leitet, soll günstiger wegkommen.

Darauf hofft auch Hans-Jürgen Steinert aus Weimar. „Wir haben ein großes Grundstück und entsprechend viel Wasser verschwindet im Kanal“, erklärt der 52-Jährige. Er will sich überlegen, ob sein Regenwasser weiter in den Kanal fließt oder vermehrt für Garten oder Waschmaschine genutzt wird.

Informieren wollte sich auch Burghard Wagner. „Ich habe um mein Haus bereits Ökopflaster verlegt und hoffe dadurch, bei der Abrechnung des Regenwassers etwas zu sparen“, meint er. Der 57-Jährige, der sehr sinnvoll mit Wasser umgeht, hofft so auf eine jährliche Ersparnis von rund 150 Euro.

Auch Grundstückseigentümerin Anneliese Kraus ist an der neuen Abrechnungsform interessiert. Damit die kostenneutral bleibt, wird es wohl für einige billiger, für andere aber teurer werden, meint sie.

„Wir haben uns für wasserdurchlässiges Ökopflaster entschieden und erwarten eine geringere Belastung bei der neuen, gesplitteten Abwassergebühr“, hofft auch Horst Barthelmey.

Eine weitere Info-Veranstaltung zum Thema gesplittete Abwassergebühr findet am Donnerstag, 5. Mai, ab 19 Uhr im Weimarer Bürgersaal statt. Fotos: Brandau

Von Werner Brandau

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.