Jährlich 14.500 Gäste

Özlem Sahin ist neue Chefin des VW-Besucherdienstes

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Mit dem Mikrofon in der Hand: Özlem Sahin ist unterwegs mit einer Gruppe von Schülerpraktikanten. Seit Februar koordiniert die 25-Jährige die Arbeit im Besucherdienst des Baunataler VW-Werkes.

Baunatal. „Ich bin kein schüchterner Typ“, sagt Özlem Sahin. Mit dieser Einstellung erfüllt die 25-Jährige schon die wichtigste Voraussetzung für ihre neue Aufgabe im Baunataler VW-Werk. Und gleichzeitig passt der Satz zur Ausstrahlung der jungen Deutschen mit türkischen Wurzeln.

Sahin ist seit Februar Chefin des Besucherdienstes am VW-Standort. Immerhin werden dort pro Jahr rund 14.500 Menschen zu Führungen empfangen.

„Ich habe keine Angst, vor vielen Leuten zu sprechen“, sagt Özlem Sahin. Neben der Organisation der Abteilung muss sie selbst mit dem Mikrophon in der Hand zu Führungen über das Werksgelände ausrücken. „Ich bin vier-, fünfmal mitgegangen. Jetzt kann ich das“, sagt sie selbstbewusst, ohne dabei arrogant zu wirken. Unterstützt wird die junge Frau aus Kassel bei den Führungen von zehn ehemaligen VW-Mitarbeitern.

Özlem Sahin, die in Mannheim geboren wurde, als Vierjährige mit den Eltern nach Hofgeismar zog und bereits seit sechs Jahren verheiratet ist, arbeitete zuvor nahe an der Produktion des Werkes. 2007 begann sie eine Ausbildung zur Kauffrau für Bürokommunikation. 2010 wurde sie in der Abteilung VTC für die Produktion von Prototypen und Kleinserien übernommen, beispielsweise wurden dort Getriebeteile für Lamborghini gefertigt.

Kurzclip: Özlem Sahin

Vom Werkmanagement sei sie angesprochen worden, ob sie die Aufgabe im Besucherdienst übernehmen wolle, berichtet die 25-Jährige. Ihre Antwort habe gelautet: „Versuchen würde ich es.“ Bewusst sei sie sich, dass es sich um eine Top-Stelle handele, ergänzt sie. Doch damit nicht genug. Parallel bildet sich die Beuscherdienst-Chefin weiter. In ihrer Freizeit absolviere sie ein Fernstudium in Betriebswirtschaft.

Özlem Sahin steht aus vielerlei Hinsicht für eine neue Ausrichtung des Besucherzentrums. Vor allem Schüler und Studenten wolle man ansprechen, erläutert VW-Sprecher Rudi Stassek, der bei VW in Baunatal für den Besucherdienst verantwortlich ist. Von dieser Zielgruppe erhofft sich der Autobauer einen größeren Zustrom an Mitarbeitern. „Ich hoffe auch“, sagt Özlem Sahin, „dass wir mehr weibliche Azubis und Führungskräfte bekommen.“

Und überhaupt: Die neue Chefin hat eine ganze Reihe frischer Ideen im Gepäck. Grundsätzlich müsse die Ansprache der Gäste freundlicher werden, sagt sie. „Es war hier nicht so besucherfreundlich, wie ich mir das vorgestellt habe. Der erste Eindruck zählt.“

Und wie sieht sie sich als Mitarbeiterin mit türkischer Abstammung unter den rund 16.000 Beschäftigten? In ihrer Chance auf diese Stelle sehe man den Wert von Integration, erläutert die 25-Jährige. Auch mit türkischer Herkunft komme man dahin, „wo alle anderen auch hinkommen“.

Von Sven Kühling

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