FDP würde mit der SPD verhandeln, sollte diese im Kreistag die Mehrheit verlieren - Ziel: Weniger Schulden

Offen für Bündnis mit Genossen

Kreis Kassel. Drei friedlich schlummernde Babys sind der Blickfang auf dem Flyer der FDP für die Kreistagswahl am 27. März. Sie stünden für die künftigen Generationen, auf deren Kosten man nicht länger leben und wirtschaften dürfe, sagt Spitzenkandidat Klaus-Dieter Sänger (Fuldatal). Die weitere Verschuldung des unter einem 40-Millionen-Euro-Defizit ächzenden Landkreises zu stoppen, ist denn auch das zentrale Ziel der FDP, die gegenwärtig mit vier Abgeordneten im Kreistag vertreten ist.

In der Kreisverwaltung könne Personal abgebaut werden, außerdem wollen die Liberalen die freiwilligen Leistungen genau unter die Lupe nehmen. Und auch ein Regionalkreis aus Stadt und Landkreis Kassel werde dazu beitragen, Kosten zu senken. Bereits 2004 habe die Partei ein Konzept vorgelegt, das diesen Namen verdiene, sagt Sänger in Anspielung auf den gegenwärtigen Streit zwischen Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU), Landrat Uwe Schmidt und Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen (beide SPD) über eine politische Neuordnung der Region. Die Chancen, ihre politischen Ziele zumindest teilweise verwirklichen zu können, stehen nach Einschätzung der liberalen Bewerberriege - zu ihr gehören auch der Bundestagsabgeordnete Björn Sänger (Ahnatal) und sein Landtagskollege Helmut von Zech (Zierenberg) - gar nicht so schlecht.

Sollten die Sozialdemokraten im Kreistag ihre absolute Mehrheit verlieren, würde die FDP durchaus Gespräche über die Bildung einer sozialliberalen Koalition führen. Leicht zu haben, das stellt Spitzenmann Sänger klar, wäre die blau-gelbe Braut aber nicht. „Wahrscheinlich hätte es die SPD mit den Grünen leichter.“

Übermütig werden die FDP- Bewerber, die mit einem VW-Bus voller Flyer, Energieriegel und gelben Lippenpflegestiften auf Wahlkampftour sind, gleichwohl nicht. Der Landstrich zwischen Bad Karlshafen und Baunatal, Helsa und Wolfhagen ist alles andere als ein liberales Stammland.

4,6 Prozent holte die Partei bei der Wahl 2006, jetzt sind laut Sänger „fünf Prozent plus X“ das Ziel. In ihrem Programm spart die Partei auch unpopuläre Themen nicht aus. Beispiel: eine Nordspange zwischen den Autobahnen 7 und 44 zur besseren Verkehrsanbindung des Flughafens Calden. Helmut von Zech ist davon überzeugt, dass die Akzeptanz für die Verbindung größer wird, wenn der Flughafen erst einmal in Betrieb ist. KOMMENTAR

Internet: www.herausforderungenmeistern.de

Von Peter Ketteritzsch

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