Gesamtschule präsentierte ihre Unterrichtsvielfalt

Tag der offenen Tür: Den Lidtierchen auf der Spur

Blick in eine mit dem bloßen Auge kaum sichtbare Welt: Sophia Chiariello, Eve Bertram und Jannis Mehring (von links) hatten beim Mikroskopieren viel Spaß. Das lernt man an der Gesamtschule Fuldatal schon in der fünften Klasse. Fotos: Dilling

Fuldatal. Jannis Mehring, Eve Bertram und Sophia Chiariello beugen sich über das Okular ihrer Mikroskope und bestaunen japanische Lidtierchen und Riesensumpfwürmer und erklären vorbeikommenden Besuchern, wie man die winzigen Organismen auf den Objektträgern aufspürt.

Im Raum neben dem Stand der Fünftklässler zeigen Altersgenossen künftigen Mitschülern, dass Mathematik Spaß machen kann, wenn man spielerisch an die Aufgaben herangeht.

Beim Tag der offenen Tür präsentierte sich die Gesamtschule Fuldatal als ein Ort der Vielfalt, der im Unterricht viel Freiraum für Entdeckungsreisen, Forscherdrang und Talentsuche lässt. Franziska Lindemann hilft ihren Klassenkameraden, leckere Säfte an die Besucher auszuschenken. Vorher hat sie vor großem Publikum Saxofon gespielt. Die Schule habe ihre Liebe zur Musik gefördert, erzählt sie. Franziska fühlt sich wohl. Die Lehrer hätten ihr sehr geholfen, als sie anfangs Leseprobleme gehabt habe. „Jetzt schreibe ich in Deutsch sogar einmal eine Zwei“, sagt sie.

Im Klassenverband

Schulleiterin Christine Saure kennt die Anfangsprobleme von Schülern, die von der Grundschule in die fünfte Klasse wechseln, nur zu gut. Deshalb verfolge sie das Konzept, dass die Schüler die ersten beiden Jahre im Klassenverband bleiben und nicht nach Leistungsstufen differenziert werden. „Wir stecken sie nicht sofort in eine Schublade“, sagt sie. So hätten Nachzügler die Chance, sich besser zu entwickeln. Auch für die soziale Stabilität sei der Klassenverband wichtig.

Momentan arbeiten die Lehrer an einem Konzept, das den Schülern Unterrichts- und Beschäftigungsangebote über den ganzen Tag bietet. Es müsse dabei das rechte Maß an Anspannung und Entspannung gefunden werden, berichtet Saure. Wie das funktioniert, davon bekamen die Besucher beim Tag der offenen Tür einen lebendigen Eindruck. Die Schüler stellten eine Vielzahl von Projekten vor.

Außerdem will die Schule ein Teilzertifikat erwerben, das sie als „bewegte Schule“ auszeichnet. Da dürften auch die neuen Fünftklässler, die mit ihren Eltern bei Tag der offenen Tür, schon mal „reinschnupperten“, ab dem Spätsommer gefordert sein. (pdi)

Von Peter Dilling

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