Eltern beklagen schlechte Busverbindung von Hertingshausen zur Kästner-Schule

Offener Start nicht für jeden

Baunatal. Seit knapp zwei Jahren bietet die Baunataler Erich-Kästner-Schule (EKS) für die neuen Jahrgänge flexiblen Unterrichtsbeginn an. Die Kinder können zwischen der nullten Sunde, Beginn 7.35 Uhr, und der ersten Stunde, Beginn 8.25 Uhr, eintrudeln. Allerdings: Für Jungen und Mädchen aus Hertingshausen sei das flexible Modell wegen schlechter Busverbindungen nicht anwendbar, sagt Katrin Hamacher, deren Tochter Lea (11) die sechste Klasse besucht. Es gebe nur eine einzige direkte Verbindung vom Stadtteil zur Schule. „Und zwar zur nullten Stunde.“

Katrin Hamacher und Nachbarin Sabine Börner, deren Tochter Paula (12) ebenfalls die EKS besucht, wollen ihren Kindern ungern eine Alternative zur Linie 67 mit Bussen der Linie 66 zumuten. Der Bus komme zwar passend um 7.55 Uhr am Stadtplatz Großenritte an. „Dann müssen wir aber zurücklaufen zur Schule“, sagt Lea. Besonders im Dunkeln sei der Weg unangenehm. Er führe vorbei an einigen unbewohnten, dunklen Ecken. „Dann fahren wir sie lieber mit dem Auto“, sagt die Mutter. „Das ist aber eigentlich nicht Sinn der Sache.“

Auch nachmittags nach Schulschluss um 14.30 Uhr sei der Rückweg von der EKS nach Hertingshausen für die Mädchen kompliziert, sagen die Eltern. Zwei Verbindungen mit bis zu zweimal Umsteigen und Fahrt des Busses über Kirchbauna stünden zur Auswahl. Die Mädchen seien dann teilweise erst um 15.30 Uhr zu Hause, sagt Sabine Börner. „Das ist zu spät, wenn sie dann noch Hausaufgaben machen müssen.“ Manchmal, wenn der Anschluss zwischen Straßenbahn, Bus und nächstem Bus nicht klappe, müsse sie die Kinder irgendwo auf der Strecke zwischen Schule, Kirchbauna und Hertingshausen mit dem Auto einsammeln, berichtet Hamacher. „Die rufen dann über Handy an.“

Anfragen nach einer Lösung bei Schulleiter Dieter Ernst und dem Baunataler Rathaus hätten bisher nichts gebracht, sagen die Eltern. Dort hätten sie nur gehört, dass man die Situation nicht ändern könne.

Schulleiter Dieter Ernst sagt auf Anfrage der HNA, dass ihm von Beschwerden nichts bekannt sei. „Bei uns ist nichts eingegangen.“ Der Schulleiter verweist darauf, dass die meisten Kinder sowieso zur nullten Stunde kämen. „Nur wenige werden später von ihren Eltern gebracht.“

Und Stellvertreter Dr. Stefan Asmus rät den Betroffenen, eine andere Verbindung am Morgen zu nutzen. Es gebe eine Busverbindung um 7.25 Uhr und 7.45 Uhr von Hertingshausen zur Haltestelle Stadtmitte. Von dort könnten die Kinder mit der Straßenbahn weiterfahren zur Haltestelle Albert-Einstein-Straße. „Dann wären sie pünktlich zur ersten Stunde da.“

Zuständig für die Schulbusverbindungen ist der Landkreis Kassel als Schulträger. Auch Kreissprecher Harald Kühlborn hält die Verbindung am Morgen mit dem Bus über die Haltestelle Stadtmitte und Weiterfahrt mit der Straßenbahn zur Albert-Einstein-Straße für zumutbar.

Von Sven Kühling

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