Ohne Hindernisse reisen

Grimm-Heimat Nordhessen schult Tourismusbranche beim Thema Barrierefreiheit

Schulung für barrierefreies Reisen: Ulrike Remmers (von links), Marketingleiterin Grimm-Heimat Nordhessen, Gisela Moser, Referentin für barrierefreies Reisen, Susanne Bolfraß, Hessen Agentur und (vorn) Bianka von Roden, Grimm-Heimat Nordhessen, stellten das Konzept vor. Foto: Schürgels

Kreis Kassel. Hindernisse abbauen und neue Angebote schaffen: Mit dem Prüfsiegel „Reisen für alle" sollen Verbraucher über hindernisfreie Angebote schnell und einfach informiert werden.

Die Verantwortlichen von touristischen Zielen, Hotels und Restaurants in der Region müssen dafür besonders geschult werden, um sich auf die Bedürfnisse von Menschen mit körperlichen und geistigen Einschränkungen einzustellen.

18 Gastgeber aus der Branche haben im Kreishaus an der ersten Sensibilisierungsschulung teilgenommen.

„Im Zuge des demografischen Wandels ist es notwendig, geeignete Angebote zu entwickeln“, sagte die Marketingleiterin der Grimm-Heimat Nordhessen Ulrike Remmers. „Der erste Schritt wird sein, eine Erhebung vorzunehmen, damit wir die Daten vorliegen haben, wo es bereits barrierefreie Angebote gibt“, ergänzt Bianka von Roden, die bei der Grimm-Heimat Nordhessen für den barrierefreien Tourismus zuständig ist. Anschließend müssen Angebote von der Buchung über den Aufenthalt bis hin zur Abreise entwickelt werden. Schließlich vergibt die Hessen Agentur nach eingehender Prüfung das Siegel.

Drei Monate Wartezeit 

Eine Pflicht, so ein Siegel zu tragen, gibt es nicht. „Die Unternehmen müssen sich melden und mindestens eine Person muss an einer Schulung, die auch online möglich ist, teilnehmen“, sagte Susanne Bolfraß von der Hessen Agentur. Bis zu drei Monate kann es dauern, bis die Betriebe das Siegel erhalten.

Gisela Moser schult die Teilnehmer und setzt in den praktischen Teilen auf den Perspektivwechsel: „Es ist ein wichtiger Bestandteil der Schulung und diese Erfahrung ist dabei ganz wichtig.“ So werden die Schulungsteilnehmer in praktischen Übungen in den Rollstuhl gesetzt oder bekommen eine Spezialbrille, die eine Restsehfähigkeit von zwei Prozent simuliert. Unter Begleitung erkunden sie dann die nähere Umgebung. „Aus Erfahrung weiß ich, dass den Teilnehmern mit den Übungen oftmals die Augen geöffnet werden. Der Blick für diese Menschen wird geschärft und genau das wollen wir erreichen“, sagt Gisela Moser.

Mit dem Siegel können Verbraucher schon vor Antritt einer Reise durch verschiedene Logos erkennen, die geplanten Reiseziele für die eigenen Bedürfnisse vorbereitet sind.

Von Axel Schürgels

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