Helfer beim Kaufunger Silvesterlauf haben Organisation im Griff - Zur Not wird auch improvisiert

Ohne den Strom geht gar nichts

Brötchen schmieren im Akkord: Rita Liese, Angela Pfaff, Michaela Leu und Anke Rippel (von links) haben Routine bei dieser Arbeit. Schon lange bevor der erste Läufer auf die Strecke geht, sind Baguettes, Fetten- und Lachsbrote fertig. Fotos: Dilling

Kaufungen. Die Bratwurstbude steht schon da, und Franz Prager, der Zeitnahmeexperte aus Offenbach, schaut in seinem gut geheizten Auto auf die Uhr. Noch gut zweieinhalb Stunden bis zum ersten Start des Kaufunger Silvesterlaufs. Zeit mit dem Aufbau an der Start- und Ziellinie zu beginnen.

Herbert Engel, Andreas Müller und Rudi Lorenz verlegen lange Stromkabel und stöpseln sie in den von der Gemeinde bereitgestellten Verteilerkasten ein. Strom? Kein Strom! In der Würstchenbude bleibt die Friteuse tot. Die drei ehrenamtlichen Helfer der LG Kaufungen rätseln, überprüfen Stecker und Kabel.

Kein Strom, das wäre eine Katastrophe für das nordhessische Großereignis für Läufer am Jahresende. Nicht nur, dass die Würstchen für hungrige Läufer und Sportler kalt blieben. Es gäbe dann auch keine Siegerlisten, keine Durchgangszeiten. Denn alle Daten werden mit Computern in einem Raum der Gesamtschule Kaufungen verarbeitet.

Ohne Strom müssten die Starts sogar ganz ausfallen. „Wenn die Zeitnahme nicht funktioniert, haben Sie nächstes Jahr keinen Lauf“, sagt Prager, der Spezialist aus Offenbach. Er bleibt ganz ruhig. Denn er hat für die teuren Zeitnahmegeräte seinen eigenen Strom in Form eines Akkus mitgebracht.

Endlich haben die Helfer den Fehler gefunden, ein simpler Wackelkontakt. Danach läuft der Aufbau beim 38. Silvesterlauf reibungslos. Die Helfer haben halt Erfahrung, bei Problemen wird improvisiert: Die Befestigung eines Lautsprechers ist gebrochen? Da hilft schon breites Klebeband. Die Kabel winden sich als Stolperfallen über den Gehweg? Andreas Müller schaufelt eine Lage Schnee darüber und stampft ihn fest. Jürgen Christmann, der Vorsitzende der LG Kaufungen, entspannt sich sichtlich, als seine Stimme glockenklar aus den Lautsprechern dringt. Noch ein kleiner Dreh am Mischpult im Kofferraum seines Wagens. Dann legt Christmann die erste CD auf.

100 Meter weiter, in der Gesamtschule Kaufungen, läuft ebenfalls alles planmäßig. Die Schlacht um den Aufbau des kalten Buffets mit leckeren Baguettes, Kuchen und Berlinern haben Elke Schellenberber und ihre Mitstreiterinnen schon kurz nach zwölf Uhr erfolgreich geschlagen. Silvan Döring wird gleich seinen Pendelverkehr zwischen den Anmeldetischen und der Computerzentrale beginnen. Der junge Mann, der ein Freiwilliges Soziales Jahr bei der LG Kaufungen und der Gesamtschule macht, trägt die Notizen mit Startnummern und Namen zu seinen Kollegen am PC. Frank Lilienthal, zweiter Vorsitzender der LG, sieht, dass alles wie am Schnürchen klappt. „Immer ein wenig mehr als zu wenig.“ So lautet sein Wahlspruch für gute Organisation. (pdi)

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