Projekt Energie: Hortkinder kochten, wuschen und bügelten wie zu früheren Zeiten

Ohne Strom aus Steckdose

Waschen, bügeln, stampfen und kochen: Die Kinder des Albert-Schweitzer-Kindergartens in Altenbauna und die Mädchen und Jungen des angeschlossenen Janusz-Korczak-Horts erlebten einen Tag ohne Elektrizität. Hinten Hortleiter Achim Käse, neben ihm stehen Erzieherin Tina Breitbart und Praktikantin Marina Hennig (links). Foto:  Grigoriadou

Baunatal. „Wir rühren jetzt schon eine halbe Stunde den Waffelteig an“, sagt Dilara Bicen (10). Sie und ihre Freundin Angel Hey (10) erlebten im Altenbaunaer Hort Janusz-Korczak-Haus einen Tag ohne Strom.

Hortleiter Achim Käse ist es wichtig, den Kindern einen sparsamen und effizienten Umgang mit Energie beizubringen. „Dieses Thema beschäftigt uns schon ein paar Wochen“, sagt er. Ausflüge zu Kraftwerken der Region, die mit Wasser- und Windkraft arbeiten, gehörten zum Lernprozess. „Wir haben auch Experimente gemacht und uns informiert, wo Strom herkommt, wie er produziert wird und haben selber Stromkreise aufgebaut.“ Zum Abschluss gab es einen Tag ohne Strom.

Leben ohne Elektrizität

Schnell kam da die Frage auf: Wie war das früher eigentlich, als es noch keinen Strom aus der Steckdose gab? „Es ist schwer und geht voll in die Arme“, sagt Angel, während sie mit beiden Händen den Schneebesen festhält, um den Waffelteig anzurühren. „Aber es macht Spaß.“

Bis das Wasser im großen Kessel über dem Feuer heiß wird, dauert es eine Weile. Währenddessen schnippeln die Kinder Gemüse für die Suppe klein und achten darauf, dass das Feuer auch brennt. Alpay Oktay (9) legt immer wieder ein Holzscheit nach. Nach dem Mittagessen gibt es erst einmal frische Waffeln aus einer schweren gusseisernen Klappform, die über die Glut gehalten werden muss. Da schmeckt das Essen gleich viel besser.

Und dann? „Anschließend wird mit Kernseife Wäsche gewaschen und trocken gestampft“, sagt Achim Käse und lacht.

Die erforderlichen Utensilien haben die Mitarbeiter des Hortes aus dem Heimatmuseum Hessenstube in Altenritte ausgeliehen. „Die Kinder sollen für Nachhaltigkeit sensibilisiert werden“, sagt Achim Käse. „Dabei ist uns das Praktische sehr wichtig. Schließlich sollen die nachfolgenden Generationen auch noch etwas von den Ressourcen haben.“

Von Anthoula Grigoriadou

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