Von Abschiebung bedrohte Flüchtlinge aus dem Jemen erhielten dauerhafte Aufenthaltserlaubnis

Al Omaris dürfen jetzt bleiben

Glückliches Ende: Die jeminitische Familie Al Omari dankte Giovanna Harrer (vorn Zweite von rechts) und weiteren Unterstützern für die Hilfe auf dem Weg zum Aufenthaltsrecht in Deutschland. Mit auf dem Bild sind unter anderen Rechtsanwalt Axel Selbert (Dritter von rechts) und Ordnungsamtsleiter Marko Haselböck (vorn rechts). Foto: Wohlgehagen

Lohfelden. Über viele Jahre lebte die Flüchtlingsfamilie Al Omari in Lohfelden in Unsicherheit über ihre weitere Zukunft in Deutschland. Im Jahr 2009 wurden in einer Nacht- und-Nebel-Aktion mehrere Familienmitglieder von der Polizei abgeholt und zum Frankfurter Flughafen gebracht – buchstäblich in letzter Minute wurde die Abschiebung verhindert. Nun das glückliche Ende: Die Familie darf dauerhaft in Deutschland bleiben.

7000 Menschen solidarisch

Das Schicksal der Familie hat in Lohfelden viele bewegt. Mehr als 7000 Menschen haben sich im Jahr 2010 durch ihre Unterschrift mit den Al Omaris solidarisch erklärt.

Ein Unterstützerkreis wurde gebildet und entfaltete vielfältige Aktionen. Nun gilt die aus dem Jemen stammende Familie als wirtschaftlich und sozial integriert, die Aufenthaltserlaubnis für alle Familienmitglieder liegt vor.

Als Dank für die Hilfsbereitschaft lud die Familie Al Omari ihre Unterstützer zu einem jeminitisch-deutschen Buffet in die Mensa der Söhreschule ein. Ganz vorn mit dabei war Giovanna Harrer, die – mit der Hilfe von Rechtsanwalt Axel Selbert (Kassel) – entscheidenden Anteil an der Verhinderung der Abschiebung und dem jetzt erreichten Status hat. „Großer Dank gilt Frau Harrer für ihre großartige Hilfe und allen Bürgern der Gemeinde, die sich mit der Familie solidarisch erklärt haben“, sagte Karl-Heinz Kuhn. Herzliche Grüße und Genesungswünsche richteten sich an den Senior der Familie, Mohammed Al Omari, der zurzeit im Krankenhaus liegt.

Giovanna Harrer erinnerte im Gespräch mit der HNA an die dramatischen Umstände bei der Abschiebung im September 2009, die nur durch den Einsatz der Landtagsabgeordneten Barbara Cardenas (Die Linke/Mitglied im Petitionsausschuss des Hessischen Landtags) und eine Eilentscheidung der Landesregierung noch verhindert werden konnte. Sie sei dankbar, so Giovanna Harrer, dass die Härtefallkommission beim Innenministerium später auch dem Aufenthaltsbegehren der vier jungen Erwachsenen der Familie Al Omari stattgegeben habe.

Die Organisatorin der Unterstützungsleistungen bedankte sich besonders auch bei Hessens Innenminister Boris Rhein (CDU), Marie Jose Kuhn und Fatmir Alili vom Ausländerbeirat, Mark und Sandra Schäfer sowie bei Politikern aus Lohfelden und der Region. Das gelte im Besonderen auch für die Vermittlung von Ausbildungsplätzen und Arbeitsstellen, sagte Harrer.

Giovanna Harrer sei die „Seele aller Anstrengungen“, sie habe den Hebel bei der Gemeinde, den Schulen, Kindergärten und Sportvereinen richtig angesetzt, sagte Rechtsanwalt Axel Selbert.

Für das Aufenthaltsrecht sei entscheidend gewesen, dass die Härtefallkommission ihren ablehnenden Spruch in einer zweiten Entscheidung zurückgenommen habe, erklärte der Jurist.

Die Rücknahme einer negativen Entscheidung sei „eigentlich seltener als eine gewonnene Revision vor dem Bundesgerichtshof“. STICHWORT

Von Hans-Peter Wohlgehagen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.